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Neues Buch: Prominente reden über Geld: Warum Oliver Kahn nicht auf seine Mannschaftskameraden hört und Harald Schmidt auf Aktien setzt

Von Stars aus Politik, TV oder Showbiz haben dem ZDF-Fernsehjournalisten Frank Bethmann berichtet, was Geld für sie bedeutet und wie sie ihr Vermögen anlegen. Daraus ist ein unterhaltsames und lehrreiches Buch entstanden.
Nationaltorwart Oliver Kahn bei der Fußball-WM 2006, kurz vor seinem Abschied. Bilder > Foto: Arne Dedert (dpa) Nationaltorwart Oliver Kahn bei der Fußball-WM 2006, kurz vor seinem Abschied.
Frankfurt. 

Ratgeber in Sachen Finanzwissen gibt es ja fast so viele wie Anlageprodukte – leider helfen nicht alle wirklich weiter, sowohl was Bücher als auch was Wertpapiere angeht. Der ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann („Über Geld reden“, Piper-Verlag, 20 Euro) hat nun einen neuen Ansatz gefunden, in unterhaltsamer Form Basiswissen und Tipps zur Vermögensbildung zu vermitteln – durch Interviews mit Prominenten, die meist keine spezielle, einschlägige Fachausbildung haben. Aber das Sprichwort „Über Geld redet man nicht“ zumindest für einige Zeit in den Wind schreiben.

Statt auf den Dax achtete Oliver Kahn, früherer Torwart des FC Bayern München, auf einen „Mannschaftsindikator“: Wenn jeder im Team Aktien empfahl, dann verkaufte er immer – und wenn kein Spieler in der Kabine über Aktien sprechen wollte, war das für ihn ein Kaufsignal. Kahn hatte bereits als 18-jähriger Fußballprofi begonnen, sich um seine finanziellen Angelegenheiten zu kümmern – und fordert Vereine heute auf, junge Spieler so früh wie möglich über den Umgang mit Geld aufzuklären.

Warnung vor Schulden

Gunter Gabriel, Countrysänger † Bild-Zoom Foto: Kammerer, Bernd
Gunter Gabriel, Countrysänger †
„Hey Boss, ich brauch mehr Geld“, sang der kürzlich verstorbene Gunter Gabriel. Doch im wahren Leben hatte er „nie Respekt vor Geld“ – und musste dafür bezahlen mit einem tiefen Absturz; zeitweise lebte der Alkoholiker auf der Straße. Schon beim ersten großen Plattenvertrag 1978 bekam er als Vorschuss einen Scheck über eine halbe Million Mark – und gab ihn mit der Jeans in die Wäsche, so dass er komplett zerbröselte. Das Ende vom Country-Lied: Schulden in Millionenhöhe.

Gut mit Geld umgehen kann dagegen der Frankfurter Ehrenbürger Friedrich von Metzler, unter dessen Führung das Frankfurter Bankhaus enorm an Renommee und Kapital gewonnen hat. Wenn von einer Vertrauenskrise gegenüber Banken die Rede ist, trifft das garantiert nicht auf Metzler zu. Die Privatbankiers setzen neben Bargeld ausschließlich auf Anleihen und Aktien – und sind damit über mehr als 340 Jahre gut gefahren. Ihr Appell: „Wir Deutschen sparen falsch. Wir sparen zu wenig in Aktien.“

Fan von Aktien

Harald Schmidt, Entertainer Bild-Zoom
Harald Schmidt, Entertainer
Der Ex-Moderator Harald Schmidt, heute „Privatier mit abgeschlossener Vermögensbildung“, ist ebenfalls Fan von Aktienanlagen: Die seien flexibel, die Auswahl mache ihm Spaß. Falsche Renditehoffnungen immerhin hat er nicht: „Unterm Strich hätte ich wahrscheinlich, wenn ich es unters Kopfkissen gelegt hätte, exakt den gleichen Betrag.“ Dagegen hat er sein Ferienhaus auf Mallorca mit „Riesenverlust“ wieder verkauft. Super findet er bis heute den oft vom Vater gehörten Satz „Das können wir uns nicht leisten.“ Wer das verinnerlicht habe, werde nie sagen: „Die Kredite sind so günstig. Bei den Zinsen muss man kaufen.“

Bleibt nur ein Problem mit den Aktien: Die durchschnittliche Haltedauer ist in den vergangenen Jahren von vier Monaten auf nur noch 22 Sekunden gesunken, wie der Ex-Investmentbanker Rainer Voss herausstellt, bekannt geworden als Bankenkritiker aus dem Film „Master of the Universe“. Die 22 Sekunden bedeuten: Spekulationsgeschäfte haben die realen Werte komplett überlagert, auch beim Gold zum Beispiel. Und erschweren die Antwort auf die simple Frage, die man sich im Bankhaus Metzler bei jeder Anlageentscheidung stellt, doch ganz erheblich: „Was sind Dinge vernünftigerweise wert?“

Dummerweise sind die Preise von Vermögenswerten auch noch erheblich verzerrt durch die Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB), was die Entscheidungen nicht einfacher macht. Nach der Lektüre des Buchs des bekannten TV-Journalisten (in dem unter anderen noch Helmuth Karasek, Birgit Schrowange und Sahra Wagenknecht zu Wort kommen) ist der Leser zwar gewarnt vor einigen gängigen Irrtümern, den konkreten Weg zum Reichtum kann aber (natürlich) auch Bethmann nicht weisen.

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