Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 12°C

Buchbranche: Warum Verlage die Mainmetropole ideal finden

Die Stadt Frankfurt hat für Verlage neben der größten Buchmesse der Welt, die jährlich in Frankfurt stattfindet, vieles zu bieten. Verlage schätzen die Internationalität der Stadt und ihre verkehrsgünstige Lage.
<span></span>
Frankfurt. 

Die Mainmetropole gilt in der Verlagswelt als „idealer Standort: eine internationale Stadt, kulturell vielseitig, verkehrsgünstig gelegen – und als Ort der Buchmesse auch Schauplatz des wichtigsten Branchentreffens weltweit“, sagt Martin Spieles, Leiter Kommunikation beim S. Fischer Verlag. Der zweitgrößte deutsche Publikumsverlag ist ein Branchenriese unter den Buchverlagen, die in Frankfurt ansässig sind. Mit 81 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2016 und 188 Mitarbeitern zählt der Verlag zu den großen in Deutschland. Im Branchenranking der größten deutschen Verlage landet der S. Fischer Verlag, der bereits 1886 in Berlin gegründet wurde und heute zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehört, auf Platz 16. Inhaltliche Schwerpunkte sind Belletristik und Kinder- und Jugendbücher, aber auch zunehmend Sachbücher, so beschreibt Spieles die Trends: „Eine politisch bewegte Zeit ist stets eine gute Zeit für fundierte Sachbücher. Bücher, die sich im weitesten Sinn mit Sinngebung und Lebenshilfe beschäftigen, finden sich immer häufiger auf den Bestsellerlisten – nach wie vor sehen wir auch im Kinderbuchmarkt hervorragende Chancen.“

Über 1900 Erstauflagen

Frankfurt hat als Verlagsstandort vieles zu bieten. In der Stadt sind 60 Buchverlage ansässig, damit ist Frankfurt sechstgrößter Verlagsstandort in Deutschland nach Berlin, München, Stuttgart, Hamburg und Köln. Laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels gibt es hier 80 Buchhandlungen, damit landet Frankfurt im Ranking auf Platz fünf im bundesdeutschen Vergleich. Es wird also viel gelesen und viel verlegt. Über 1900 Erstauflagen zählt der Börsenverein, allein der S. Fischer Verlag dürfte daran einen Löwenanteil haben, denn dort zählten sie im Jahr 2016 über 1000 Neuerscheinungen. Darunter fallen auch Taschenbuchausgaben, die zuvor im festen Einband (Hardcover) erschienen sind.

Dabei hat sich die Zahl der Verlage in den letzten Jahren leicht reduziert. Das hängt auch damit zusammen, dass Berlin nach der Wende zum neuen Spitzenreiter unter den Verlagsstandorten avancierte. 2010 zog der renommierte Suhrkamp Verlag in die Bundeshauptstadt um. 2011 war der Frankfurter Eichborn Verlag mit den berühmten Comicfiguren „Das kleine Arschloch“ und „Käpt’n Blaubär“ in die Pleite gerutscht.

Eichborn, der bis dato einzige börsennotierte deutsche Buchverlag, hatte ursprünglich mit dem Berliner Aufbau Verlag fusionieren und im Zuge dessen von Frankfurt nach Berlin umziehen sollen. Das wurde durch die Insolvenz aber verhindert. Die Marke Eichborn wurde im November 2011 an den Kölner Bastei Lübbe Verlag verkauft, der heute ebenfalls eine Aktiengesellschaft ist.

Verkehrgünstige Lage

Der berühmte Belletristikverlag Suhrkamp, der seit 1969 in der Frankfurter Lindenstraße residierte, zog zum Jahreswechsel 2009/2010 auf den Berliner Prenzlauer Berg. Das alte Verlagshaus in Frankfurt wurde 2011 abgerissen. Auch Suhrkamp hat inzwischen ein Insolvenzverfahren hinter sich und firmiert seit 2013 als Aktiengesellschaft. Doch viele renommierte Verlage halten Frankfurt weiterhin die Treue. Darunter der Campus Verlag. Er ist seit 1975 in Frankfurt ansässig. „Als Verlag für Wirtschaft und Gesellschaft fühlen wir uns in der Wirtschaftsmetropole und Universitätsstadt Frankfurt sehr gut aufgehoben“, sagt Sprecherin Margit Knauer von der Campus Verlag GmbH. „Die verkehrsgünstige Lage erleichtert uns den häufigen persönlichen Kontakt mit Autoren, Buchhändlern und anderen Geschäftspartnern.“ Was Frankfurt als Verlagsstandort noch fehle, sei ein weiteres Literaturevent: „Ein großes Lesefestival mit überregionaler Ausstrahlung wie etwa die LitCologne in Köln oder Harbour Front in Hamburg würde auch Frankfurt sehr bereichern“, findet Knauer.

Zur Startseite Mehr aus Wirtschaft

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse