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Verbraucher sollten leistungsstarke Angebote wählen: Was eine gute private Krankenversicherung ausmacht

Eine private Krankenversicherung leistet mehr – vorausgesetzt, man hat einen leistungsstarken Tarif abgeschlossen. Sonst bleibt man auf Arzt-Rechnungen sitzen.
Vor allem beim Zahnersatz kann sich eine private Krankenversicherung lohnen. Foto: Armin_Weigel (dpa) Vor allem beim Zahnersatz kann sich eine private Krankenversicherung lohnen.
Frankfurt. 

. Wer jung und gesund ist, kann sich schon für unter 200 Euro im Monat privat krankenversichern. „Meist enthalten diese Tarife ein reduziertes Leistungsspektrum“, warnt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie rät, von Anfang an auf einen leistungsstarken Tarif zu setzen. Später nachzurüsten, rechnet sich nicht: „Dann ist man älter und zahlt höhere Beiträge oder hat Erkrankungen, die zu Leistungsausschlüssen führen.“

  Psychotherapie: Wie gefährlich reduzierte Leistungen sein können, zeigt sich beim Thema Psychotherapie. Oft sind nur zehn Therapiestunden beim niedergelassenen Therapeuten im Jahr abgedeckt. „Das ist viel zu wenig“, sagt sie. Mindestens 50 im Jahr sollten es sein. Ein guter Tarif deckt ambulante und stationäre Behandlungen.

  Hilfsmittel: Wie umfangreich ein Tarif Hilfsmittel wie Hörgeräte, elektrische Rollstühle oder Prothesen erstattet, steht bei Vertragsabschluss nicht im Fokus. Ein Fehler, denn gibt es solche Anschaffungen nur eingeschränkt, geht das ins Geld. „Lebensnotwendige Hilfsmittel sollten in vollem Umfang erstattet werden“, rät Weidenbach. Es sollte der sogenannte offene Hilfsmittel-Katalog gelten. Dann werden technische Neuerungen in den Katalog aufgenommen und die Kosten erstattet.

  Arzthonorare: Privatärztliche Behandlungen sollte der Versicherer bis zum Höchstsatz, dem 3,5-fachen Satz der Gebührenordnung, erstatten. Günstigere Tarife leisten oft nur den Regelhöchstsatz, den 2,3-fachen Satz. Das kann zu Problemen führen. Entweder behandelt der Arzt den Patienten nicht zu diesem Satz. Oder aber er bleibt auf Kosten sitzen, wenn er versäumt, den Arzt vor Behandlungsbeginn auf den niedrigeren Honorarsatz hinzuweisen.

  Zahnarztbehandlung: Zahntarife erstatten Kosten für Zahnbehandlungen, Zahnersatz und Prophylaxe-Maßnahmen sowie Kosten für kieferorthopädische Maßnahmen. Der Erstattungssatz variiert wie auch der Umfang der Leistungen. Ideal ist natürlich, wenn der Erstattungssatz möglichst hoch ist, ein Erstattungssatz von 90 Prozent für Zahnbehandlungen ist wünschenswert, bei Zahnersatz (inklusive Material- und Laborkosten) sowie kieferorthopädischen Behandlungen sollte er bei etwa 70 Prozent liegen. Doch aufgepasst: Entscheidend ist, dass der Prozentsatz sich auf den Gesamtrechnungsbetrag bezieht! Wichtig ist auch, ob der Versicherer Inlays den Zahnbehandlungen oder den Zahnersatz zuordnet. Werden sie wie Zahnbehandlungen eingestuft, ist die Erstattungssumme höher. Zudem sollte möglichst die Anzahl von Implantaten nicht beschränkt sein.

  Kuren: Leistungen für ambulante und stationäre Kur- und Rehabilitationsmaßnahmen gehören auch in einen guten Vertrag. Solche Leistungen sind wichtig, um einer Krankheit vorzubeugen oder nach einer Operation wieder auf die Beine zu kommen.

  Auslandsreise-Krankenschutz: Privatversicherte sind weltweit geschützt, wenn sie im Urlaub medizinische Behandlung benötigen. Aber ein Rücktransport in die Heimat ist oft nicht Vertragsbestandteil. Hier lohnt es sich, mit einer Zusatzpolice, die oft unter zehn Euro im Jahr kostet, nachzurüsten. Der Zusatzschutz lohnt sich in jedem Fall. „So spart man sich bei Krankheit im Urlaub die Selbstbeteiligung, die im Volltarif gelten würde“, sagt Weidenbach.

  Beiträge: Gute Leistungen haben ihren Preis: Ein 30-Jähriger zahlt für einen leistungsstarken Tarif bei der Debeka 530 Euro; eine Selbstbeteiligung von 300 bzw. 400 Euro ist vorgesehen. Im Tarif enthalten ist ein Krankentagegeld – noch ein wichtiges Extra –, um Einkommenseinbußen aufzufangen. Den guten Tarif sollte der Verbraucher bei der richtigen Firma abschließen. Sie sollte in 30 Jahren noch auf dem Markt sein und für stabile Beiträge stehen. Das Ratingunternehmen Assekurata hat zum Jahreswechsel neben der Allianz und der Debeka auch der Alten Oldenburger, der Halleschen, der Nürnberger und der SDK gute Noten in Sachen Beitragsstabilität erteilt.

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