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Neuer Eigner PSA rechnet auch 2017 mit roten Zahlen: Weitere Verluste bei Opel

Bis Ende des Jahres soll Opel unter das Dach von PSA rücken. Die Franzosen wollen die Traditionsmarke zurück in die schwarzen Zahlen bringen, rechnen vorerst aber weiter mit Verlusten. Gestern brachten die Aktionäre die Finanzierung für die Übernahme unter Dach und Fach.
Beim Genfer Autosalon im März begrüßen sich Opel-Chef Karl-Thomas Neumann (li.) und Carlos Tavares, Vorstandsvorsitzender der PSA-Gruppe. Foto: Uli Deck (dpa) Beim Genfer Autosalon im März begrüßen sich Opel-Chef Karl-Thomas Neumann (li.) und Carlos Tavares, Vorstandsvorsitzender der PSA-Gruppe.
Paris. 

Der künftige Opel-Eigner PSA stellt sich auch in diesem Jahr auf rote Zahlen bei dem Rüsselsheimer Autobauer ein. Unter der Leitung der bisherigen US-Mutter General Motors (GM) habe es zwar eine Reihe von Fortschritten gegeben, sagte der Chef des französischen Peugeot- und Citroen-Herstellers, Carlos Tavares, gestern auf der PSA-Hauptversammlung. „Wir müssen aber erkennen, dass die Verluste real sind und es wahrscheinlich auch 2017 sein werden.“ Tavares betonte erneut, dass der Sanierungsplan von Opel selbst kommen solle – es sei nicht PSAs Absicht, den Plan zu diktieren.

Ein Dauer-Minus bei Opel hatte GM dazu veranlasst, das deutsche Traditionsunternehmen und seine britische Schwester Vauxhall an Peugeot zu verkaufen. Bei dem Eignertreffen in Paris bekam Tavares grünes Licht für eine Aktien-Komponente des 2,2 Milliarden Euro schweren Deals.

Tavares hielt den Amerikanern zugute, dass Opel noch unter deren Ägide den Umsatz gesteigert und das Minus eingedämmt habe. Im ersten Quartal 2017 fuhr die GM-Europa-Sparte einen Betriebsverlust von 201 Millionen Dollar ein. Vor Jahresfrist hatte es noch ein fast ausgeglichenes Ergebnis gegeben. Doch in den Monaten danach machten negative Währungseffekte durch das Brexit-Votum Opel einen Strich durch die Rechnung, erstmals seit 1999 auf Jahresbasis wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Der PSA-Chef warb vor den Aktionären erneut damit, dass ihr Unternehmen durch die Übernahme von Opel hinter VW zur Nummer zwei unter Europas Autoherstellern aufrücke. Peugeot will durch die Vereinheitlichung von Fahrzeug-Architekturen Kosten senken. So wird die nächste Generation des Bestsellers Corsa, dessen Produktion 2019 startet, auf einer Plattform der Franzosen gebaut. Peugeot geht zudem davon aus, dass die Produktion gemeinsam entwickelter Fahrzeuge schon in der zweiten Jahreshälfte den Umsatz ankurbeln wird.

Die Übernahme des seit 1929 zu GM gehörenden Autobauers mit dem Blitz im Logo soll noch 2017 abgeschlossen werden. Diesem Ziel kam Tavares nun näher, als die Aktionäre mit großer Mehrheit einer Aktien-Komponente des Mega-Deals zustimmten. Sie billigten die Ausgabe von Optionsscheinen, mit denen die Franzosen einen Teil des Kaufpreises begleichen wollen. Die bei Abschluss der Kaufverhandlungen mit 670 Millionen Euro bewerteten Papiere kann GM frühestens in fünf Jahren in PSA-Anteile umwandeln. Damit soll den Amerikanern die vereinbarte weitere Zusammenarbeit mit Opel finanziell schmackhaft gemacht werden. So wird Opel zunächst weiterhin GM-Patente nutzen.

Ein Nein-Votum der Aktionäre hätte allerdings auch keine Auswirkungen auf den Deal an sich gehabt: PSA hätte den Kauf der deutschen Traditionsmarke Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall dann komplett in bar bezahlt.

(rtr,dpa)
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