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Comdirect startet ihre digitale Vermögensverwaltung: Wenn der Roboter das Geld vermehrt

Von Comdirect-Chef Walter ist sicher: „Die Zukunft der Geldanlage ist digital.“ Ein neues Angebot des Online-Brokers setzt auf diesen Trend.
Comdirect-Chef Arno Walter Comdirect-Chef Arno Walter
Frankfurt. 

Die Zahl klingt beeindruckend: Angesichts eines Realzinses (das ist der Marktzins abzüglich der Preissteigerungsrate) von minus 1,6 Prozent verlieren die deutschen Sparer jährlich 34,2 Milliarden Euro an Kaufkraft. Pro Kopf sind das 413 Euro. Grund ist ihre Vorliebe für Tagesgeld, Festgeld oder Spareinlagen, die 38 Prozent der gesamten Finanzvermögen ausmachen und quasi keinen Zins mehr einbringen. Seit 2010 hat jeder Haushalt im Lande bereits 1300 Euro eingebüßt – und dennoch sparen die Deutschen weiterhin kräftig. Comdirect-Chef Arno Walter vergleicht dieses Verhalten mit einem löchrigen Fass, in das – statt es abzudichten – immer weiter Wasser gekippt werde.

Der Realzins wird nach seiner Prognose auch in 15 Jahren noch negativ sein, da die EZB an ihrer Niedrigzins-Strategie festhalten und die Inflation weiter zulegen werde: „Nie war der Wertverlust festverzinslicher Anlagen höher als aktuell. Aber das Schlimmste steht noch bevor.“ Die Anleger müssten daher dringend umdenken und stärker in Wertpapiere investieren, um den gewohnten Lebensstandard auch im Alter halten zu können, sagt Walter.

Auch um unerfahrenen Anlegern diesen Schritt leichter zu machen, bietet die Comdirect ab heute eine neue digitale Vermögensverwaltung an. Unter dem von früher bekannten Markennamen „Cominvest“ können Kunden ihr Geld von einem „Robo-Advisor“, also einem digitalen Anlageberater, verwalten und hoffentlich vermehren lassen. In fünf einfachen Schritten kann der Anleger eine passende Geldanlage ermitteln. Fünf verschiedene Strategien stehen zur Verfügung. Aus mehr als 4500 Wertpapieren – meist aktiv gemanagten Fonds und börsengehandelten Indexfonds – stellt der Computer-Algorithmus das Portfolio zusammen. Aktuell sind die amerikanischen und asiatischen Aktienmärkte relativ stark gewichtet, nicht aber deutsche Unternehmen. Auch Rohstoffe (vor allem Gold-Zertifikate) und Rentenfonds sind enthalten, nicht jedoch Einzelaktien.

Niedrige Mindestsumme

Solch ein „Robo-Advisor“ ist grundsätzlich nichts Neues, vor allem FinTechs bieten ihn bereits an. Doch mit der Comdirect bringt erstmals eine etablierte Branchengröße mit eingeführtem Markennamen ein derartiges Roboter-Angebot an den Markt – das könnte eher den Durchbruch bringen als die Offerte eines Internet-Startups, dessen Namen niemand kennt. Die Mindestsumme hat die Commerzbank-Tochter im Branchenvergleich niedrig angesetzt: Ab 3000 Euro ist der Kunde dabei. „Früher stand eine professionelle Vermögensverwaltung vor allem vermögenden Kunden zur Verfügung. Heute ist dies auch mit geringeren Beträgen möglich“, sagt Walter. Das Angebot ziele insbesondere auf Neukunden.

Drei Varianten

Dabei gibt es drei Varianten. In einem Modell werden dem Kunden die Entscheidungen komplett abgenommen (wie bei einer „echten“ Vermögensverwaltung auch). Ein weiteres Angebot entspricht dem bisherigen Anlageassistenten, die Nutzer erhalten lediglich Tipps für die Finanzplanung. In einer Mischvariante trifft der Anleger die Entscheidungen selbst, „Cominvest“ überwacht aber das Portfolio und gibt bei Bedarf Empfehlungen – denen der Kunde folgen kann oder auch nicht. Die volle Vermögensverwaltung („Wir für Sie“) kostet monatlich 0,125 Prozent des Anlagevermögens, mindestens 3,75 Euro – wobei Transaktionskosten und Ausgabeaufschläge inklusive sind. Die Mischvariante („Wir gemeinsam“) kostet ab 2,70 Euro im Monat (0,09 Prozent des Anlagevermögens), die Variante „Sie für sich“ ist kostenfrei (wobei bei Transaktionen aber Ausgabeaufschläge oder andere Kosten anfallen).

Die Comdirect Bank mit Sitz in Quickborn bei Hamburg hat aktuell mehr als zwei Millionen Privatkunden, die rund 38 Milliarden Euro investiert haben. Das erste Quartal schloss die Gruppe mit einem Vorsteuerergebnis von 27,4 Millionen Euro ab, das war 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

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