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Aufs richtige Pferd setzen: Wetten auf Trab- oder Galopprennbahnen sind beliebt

Rund 50 Trab- und Galopprennbahnen gibt es in Deutschland. Die Rennen ziehen nicht nur Pferdeliebhaber in den Bann, sondern auch viele Wettfreunde.
Spannung garantiert beim Live-Erlebnis: Die Ergebnisse von Pferderennen gehören zu den traditionsreichsten Wetten überhaupt. Foto: JOACHIM STORCH (Pressefotografie Storch, Bad Hg.) Spannung garantiert beim Live-Erlebnis: Die Ergebnisse von Pferderennen gehören zu den traditionsreichsten Wetten überhaupt.
Frankfurt. 

Die Sportart zählt zu den ältesten. Und seit jeher ruft sie Zocker auf den Plan. Schon die alten Griechen und Römer wetteten auf den Ausgang von Pferde- und Wagenrennen. In Großbritannien gibt es seit mehr als 300 Jahren professionellen Rennsport mit den Vierbeinern. In Deutschland wurden die ersten Wettkämpfe im 19. Jahrhundert organisiert.

Zu den traditionsreichen Rennbahnen gehört jene in Leipzig. Das erste Rennen datiert auf das Jahr 1867. 150 Jahre später kamen beim Aufgalopp am 1. Mai 23 000 Zuschauer. Ein Rekord. Genau wie die über 180 000 Euro Wettumsatz, die an den Schaltern umgesetzt wurden. Das ist deshalb besonders bemerkenswert, weil die traditionsreiche Rennbahn am Scheibenholz 2004 vorübergehend den Rennbetrieb eingestellt hatte. Vor genau fünf Jahren wurde sie wiedereröffnet, weil Alexander Leip viel Geld in die Hand genommen hatte.

Der Investor betreibt als Buchmacher Pferdewettstuben in ganz Deutschland und ist auch an Internet-Anbietern für Pferdewetten beteiligt. Im Verhältnis zu den gewaltigen Milliardenumsätzen mit „König Fußball“ müssen viele der etwa 50 Galopp- und Trab-Rennbahnen in Deutschland um ihre Existenz kämpfen. Pferdesport-Wetten sind in Deutschland ebenfalls eher eine Randerscheinung, aber Leip glaubt nicht nur wegen der Rekordzahlen in Leipzig trotzdem an die Anziehungskraft der „Mutter aller Sportwetten“. Hier hat der Zocker im Gegensatz zu praktisch allen anderen Sportarten die Möglichkeit, seine Wette vor Ort zu platzieren und dann live das Rennen mitzuverfolgen. Realität statt virtueller Welt. Das empfinden viele als Riesenvergnügen, weil das Motto heißt: Sehen, wetten und gesehen werden.

Die „Totalisatorwette“

Doch nicht nur die Wetten direkt auf der Galopp- und Trabrennbahn oder die immer noch zahlreichen Wettstuben in Deutschland, wo auf nationale und internationale Rennen gesetzt wird und diese dann zumeist live am Bildschirm mitverfolgt werden können, machen den Pferdesport zur Ausnahme in der Wettszene. Auch die „Totalisatorwette“ ist speziell. Hier wetten die Zocker nicht zu einer vorher festgelegten Quote gegen den Buchmacher, sondern quasi miteinander.

Die Königsdisziplin

Alle Einsätze zu einem Rennen kommen in einen Topf. Die Quoten ermitteln sich dann aus der Verteilung der Einsätze auf einen bestimmten Sieger oder bestimmten Einlauf und dem Gesamtumsatz. Vereinfacht erklärt: Wenn bei der Siegwette insgesamt 10 000 Euro netto im Topf sind – der Buchmacher behält einen Anteil ein – und davon 1000 Euro auf den späteren Gewinner gesetzt wurden, würde man 10 Euro für einen Euro Einsatz erhalten. Neben der klassischen Siegwette gibt es noch die sogenannte Platz-Wette: Wenn das auf dem Schein gewählte Pferd unter den Top 3 (bei unter sechs Pferden Top 2) landet, gilt die Wette als gewonnen. Königsdisziplinen bei den Pferdewetten sind die Zweier-Wette (kleiner Einlauf) mit dem richtigen Tipp der beiden Bestplatzierten und die Dreier-Wette (großer Einlauf).

Ein Milliardengeschäft

Weltweit gehören Pferdesport-Wetten mit einem geschätzten Umsatz von etwa 90 Milliarden Euro immer noch zu wichtigsten Sportwetten. In Europa liegt die geschätzte Zahl der Teilnehmer an Pferdewetten bei 20 Millionen Menschen. Hotspots für die Zocker sind Großbritannien mit Highlights wie dem legendären Grand National in Aintree, Frankreich, Australien, die USA oder Südamerika. Auch das Online-Geschäft wächst. Anbieter wie Pferdewetten.de, Racebets oder William Hill bieten ein umfangreiches Angebot. Fachkenntnis kann professionellen Pferdesport-Freaks richtig viel Geld einbringen: So hat ein Grieche mit einer 16er-Kombiwette stolze 435 587,75 Euro für einen Einsatz von 170 Euro kassiert.

 

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