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Statistik: Winterpause am Arbeitsmarkt ist vorbei

Von In Hessen geht die Arbeitslosigkeit im Februar leicht zurück. Auch bei der Problemgruppe Flüchtlinge gibt es erste Erfolge.
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Frankfurt. 

Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Februar auf den tiefsten Stand seit 26 Jahren gefallen. 166 028 Frauen und Männer waren arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Das waren knapp 1600 weniger als im Januar und 11 235 weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang zum Februar fiel mit 0,9 Prozent höher aus als in den Vorjahren. Das Minus von 6,3 Prozent zum Vorjahresmonat lag niedriger als im Bundesdurchschnitt (minus 7,8 Prozent); am stärksten fiel die positive Tendenz in Sachsen aus, am schwächsten in NRW und ganz Norddeutschland.

Die Arbeitslosenquote in Hessen beträgt nun 5,0 Prozent und hat sich zum Januar nicht verändert; das bedeutet Platz vier unter den Bundesländern. Auch die Unterbeschäftigung, die Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, sank zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf 230 831.

Zahl der Arbeitslosen wird dieses Jahr in Richtung der ...

Trotz des strengen Frosts ist die Zahl der Erwerbslosen im Februar auch bundesweit deutlich stärker gesunken als in den Vorjahren. Mit 2,546 Million Jobsuchern rutschte die Arbeitslosigkeit auf den

clearing

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte binnen zwölf Monaten um 2,4 Prozent und damit etwas stärker als im Bundesdurchschnitt zu. Grund für die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt sei die anhaltend günstige Konjunktur, die zu einer hohen Nachfrage nach Arbeitskräften führe, erläuterte die BA. Davon profitierten auch Langzeitarbeitslose, Ältere und Ausländer, nicht aber Menschen ohne Berufsabschluss. „Berufsausbildung, Qualifikation und Weiterbildung sind der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit“, appellierte Frank Martin, Leiter der BA-Regionaldirektion Hessen.

Flüchtlinge finden Jobs

„Auch Geflüchtete konnten insbesondere im Rahmen befristeter Beschäftigungen erste Erfahrungen auf dem hessischen Arbeitsmarkt sammeln. Unser Ziel ist es, sie dauerhaft in Arbeit zu bringen“, sagte Martin. 14 907 Flüchtlinge waren zuletzt arbeitslos gemeldet, gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 15 Prozent. 570 Menschen mit Fluchthintergrund fanden im Februar Arbeit, 3280 nahmen an einer Fördermaßnahme teil oder begannen eine Ausbildung. Schneller als bei Flüchtlingen gelingt die Integration in den Arbeitsmarkt laut BA in aller Regel bei Migranten aus Ost- und Südeuropa.

Regional bleiben die Unterschiede groß: Die niedrigste Arbeitslosenquote hat mit 3,1 Prozent der Landkreis Fulda, unter der 4-Prozent-Marke lagen auch der Main-Taunus-Kreis, der Hochtaunuskreis sowie die Kreise Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf. Die höchste Arbeitslosenquote hatte mit 9,7 Prozent weiterhin die Stadt Offenbach, gefolgt von den Städten Kassel und Wiesbaden. Einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr gab es lediglich in zwei Gebieten: im Landkreis Bergstraße und in der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die deutlichsten Rückgänge gab es im Schwalm-Eder-Kreis (minus 19,9 Prozent) sowie im Kreis Waldeck-Frankenberg (minus 18,5 Prozent).

Für Gleichberechtigung

Der hessische DGB-Chef Michael Rudolph beklagte fehlende Chancengleichheit: „Frauen haben immer noch schlechtere Chancen, in Berufe mit sehr guten Einkommensaussichten einzusteigen. Veränderungen im Sinne der Gleichstellung finden nur dann statt, wenn sie politisch vorangebracht und im Betrieb gelebt werden.“

Nach Schätzung der Arbeitgeber gibt es in Hessen mindestens 100 000 unbesetzte Stellen; die BA zählt in ihrer Statistik 52 660, ein Zehntel mehr als im Vorjahr. Dazu passe eine Frühverrentungswelle mit abschlagsfreier Rente ab 63 überhaupt nicht, kommentierte die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU). Die Unternehmen müssten bereits 100 Tage länger als gewünscht suchen, um freie Stellen wieder zu besetzen. VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert: „Vor allem technische Berufe wie die Mechatronik sowie das Handwerk und Baugewerbe sind von Fachkräfteengpässen betroffen. In Hessen wird es außerdem immer schwerer, Berufskraftfahrer sowie Softwareentwickler und Programmierer zu finden.“

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