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Landwirtschaft: Zuckerrübenanbau hat eine süße Zukunft

Von Die Wetterau ist nach Angaben des Hessischen Bauernverbandes eines der besten Zuckerrübenanbaugebiete der Welt. Nun wächst die Bereitschaft, wieder in die Feldfrucht zu investieren.
Auch in der Wetterau hat die Ernte der Zuckerrüben schon begonnen. Foto: Pieren Auch in der Wetterau hat die Ernte der Zuckerrüben schon begonnen.
Wetteraukreis. 

Die fruchtige Süße der Marmelade auf dem Frühstücksbrötchen würde sich ohne Zucker ebenso wenig entfalten wie der Geschmack von Weihnachtsplätzchen. Zucker ist das i-Tüpfelchen beim Genuss – auch wenn Ernährungswissenschaftler vor den Risiken eines zu hohen Konsums warnen. In Deutschland ist die Zuckerrübe der Rohstoff für die Erzeugung des Süßmachers.

Zuletzt wurde die Feldfrucht hier zu Lande aber immer weniger angebaut. Jahrzehntelang waren Rübenanbau, Produktion und Verkauf von Zucker in der EU streng reglementiert. Für die Zuckerrübe, aus der etwa 80 Prozent des Zuckers hierzulande stammen, galt ein fester Mindestpreis.

Die festgelegte Quote regelte, wie viel Zucker deutschlandweit produziert werden durfte. Nun fallen diese Regelungen zum 1. Oktober weg. Der Hessische Bauernverband begrüßt das.

„In den vergangenen Jahren war der Rübenanbau stark rückläufig“, teilt der Generalsekretär des Hessischen Bauernverbandes Peter Voss-Fels auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Auf den 480 000 Hektar Ackerfläche in Hessen wurden im vergangenen Jahr nur noch 13 400 ha Zuckerrüben angebaut. In diesem Jahr wurde der Anbau um 20 Prozent auf 16 000 ha ausgeweitet. Ich begrüße diese Umkehr.“ Die Wetterau sei eines der besten Zuckerrübenanbaugebiete der Welt.

Fast 20 Prozent mehr Ernte in der Region

Auch in der Region rund um Frankfurt hat die Rübenernte begonnen. 2017 dürfte für Matthias Mehl und seine Kollegen ein gutes Jahr werden.

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Das Ende der Quotenregelung hat das Stimmungsbarometer der Landwirte auf Optimismus gestellt und die Bereitschaft, in Zuckerrüben zu investieren, in diesem Jahr deutlich erhöht. Bereits der Anbau für die Ernte 2017 erfolgte unter den neuen Vorgaben.

„Längst fälliger Schritt“

„Der Schritt war längst fällig und ist gut für die Landwirte, denn die Rübe ist eine der erfolgreichsten Feldfrüchte“, kommentiert Voss-Fels. „Der Deckungsbeitrag und der Gewinn pro Hektar beim Zuckerrübenanbau ist für die Landwirte höher als bei Getreide oder Raps.“

In Zukunft dürften die Preise von Zuckerrüben und fertigem Zucker also stärker schwanken. Nach Einschätzung der Industrie wird sich für die Endverbraucher jedoch kaum etwas ändern. „Bei den meisten Lebensmitteln ist der Anteil des Zuckers an den gesamten Rohstoffkosten gering“, teilt die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker mit. „Wir erwarten keine spürbaren Effekte für die Verbraucherpreise dieser Lebensmittel.“

Der Grund: Nur etwa zehn Prozent der Produktion gehen als Haushaltszucker in den Markt. Die Zuckerfabriken müssen nun ihrerseits versuchen, wettbewerbsfähiger zu werden. Sie steigern ihre Effizienz, was mit Einsparungen einhergeht. Das war bereits vor einigen Jahren auch in Hessen zu spüren, als Südzucker sein Werk in Groß-Gerau dicht gemacht hatte. Seither liefern die hessischen Rübenbauern ihre Rüben in die Zuckerfabriken nach Wabern oder nach Offestein bei Worms.

Nach dem Wegfall der Quoten wollen sie die Zuckerimporte durch eigene Produktion ersetzen. Tendenziell könnten die Produktionsmengen in Deutschland künftig steigen. „Ohne gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der Menge können Zuckererzeuger ihre Produktionskosten für Zucker reduzieren“, heißt es in der Begründung der EU-Kommission. Auch auf dem Weltmarkt könne nun Zucker aus der EU verkauft werden.

Konkurrent Rohrzucker

Doch gegen die Global-Player der (Rohr-)Zucker-Industrie etwa aus Südamerika kommen die europäischen Landwirte wohl nicht an. „Der Weltmarkt ist die Mülldeponie des Zuckers“, sagt Zuckerrüben-Bauer Hubertus Velder aus dem größten deutschen Anbaugebiet im Rheinland

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