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600 Sensoren messen Puls der Alpen

Wie sind die Alpen genau emporgewachsen? Wie sehen ihre einzelnen Schichten aus? Ein großes Forscherkonsortium will eine Art Ultraschallbild der Alpen erstellen.
Die Alpen im Gebiet zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck, aufgenommen aus einem Flugzeug. Dem Hochgebrige wird von Forschern „der Puls gefühlt”. Foto: Peter Kneffel/Archiv Die Alpen im Gebiet zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck, aufgenommen aus einem Flugzeug. Dem Hochgebrige wird von Forschern „der Puls gefühlt”.
Bern. 

Mit 600 Sensoren in Kuhwiesen, Scheunen, auf Berggipfeln und dem Boden des Mittelmeers spüren Forscher jeder kleinsten Erschütterung der Alpen nach.

Ziel ist, mehr über tektonische Bewegungen und die Entstehung des Gebirges zu erfahren, wie die Beteiligten in der Zeitschrift „Surveys in Geophysics” berichten. Es sei auch möglich, die Erdbebengefahr besser einzuschätzen. Die tiefstgelegene Mess-Sonde liegt 2771 Meter unter dem Meeresspiegel, die höchste in 3005 Metern Höhe.

Das Projekt AlpArray werde „den Alpen den Puls fühlen”, schreibt der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Daran beteiligt sind 36 Institutionen aus elf Ländern; die Universitäten in Zürich und Lausanne koordinieren das Projekt. Rund zwei Jahre lang sollen Daten erhoben werden. Die ersten Ergebnisse werden 2019 erwartet.

Die Sensoren liegen in der „größeren Alpenregion”. Sie erstreckt sich in Form einer leicht nach Südwesten gekippten Ellipse von Korsika im Mittelmeer über die Provence in Frankreich, Deutschland bis nördlich von Stuttgart sowie Teile von Ungarn, der Slowakei und Tschechien. Dort gibt es jedes Jahr tausende Erschütterungen, aber Erdbeben mit Schäden oder solche, die überhaupt von Menschen wahrgenommen werden, sind äußerst selten. In der Region leben 115 Millionen Menschen.

Die Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Zusammensetzung der Lithosphäre bis etwa 100 Kilometer unter den Alpen und noch tiefere Schichten. Dort seien Reste von ehemaligen Meeresböden zu finden, die Dutzende von Millionen Jahre alt sein können, berichtet der Nationalfonds. Die Vermessung gleiche einer Ultraschallaufnahme.

„Die Sonden zeichnen das Echo der seismischen Wellen auf, die von den tiefen Erdschichten zurückgeworfen werden”, so der Nationalfonds. Wenn der Zeitpunkt des Auftreffens der Wellen bei verschiedenen Sensoren verglichen werde, könnte auf die Position und auch die Zusammensetzung einzelner Schichten geschlossen werden.

(dpa)
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