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Astronaut Gerst: Musste Deutschland mit Google Earth suchen

In rund vier Monaten geht es für den deutschen Astronauten Alexander Gerst zum zweiten Mal zur Raumstation ISS. Er freue sich besonders, die Erde wieder von oben zu sehen, sagt Gerst - auch wenn sein Heimatort beim letzten Mal nicht einfach auszumachen war.
Alexander Gerst soll voraussichtlich Anfang Juni für gut fünf Monate zur ISS starten und dort auch zeitweise Kommandant sein. Foto: Nasa Alexander Gerst soll voraussichtlich Anfang Juni für gut fünf Monate zur ISS starten und dort auch zeitweise Kommandant sein.
Houston. 

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst (41) hatte bei seinem letzten Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation (ISS) Schwierigkeiten, aus dem Fenster seine Heimatstadt Künzelsau zu erspähen.

„Ich gebe es nicht gerne zu, aber es war wirklich einer der am schwierigsten zu entdeckenden Orte”, sagte Gerst am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Quartier der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Houston. „Ich war nicht daran gewöhnt, ganz Europa von oben zu sehen und dann sind natürlich die Grenzen nicht eingezeichnet.”

Als erstes habe er dann versucht, Köln zu entdecken - mit Hilfe des Rheins. „Ich fand es nicht und dann musste ich auf Google Earth nachschauen und habe gemerkt, dass ich die ganze Zeit in der Schweiz gesucht hatte. Ich hatte die Entfernungen nicht korrekt geschätzt. Dann habe ich Köln gefunden - aber Künzelsau war noch schwerer, denn es liegt ja an einem viel kleineren Fluss.”

Als er seine baden-württembergische Heimatstadt dann endlich entdeckt habe, sei das ein „unglaubliches Gefühl” gewesen. „Auf einmal sieht man einen Ort, den man so gut kennt, aus einer völlig neuen Perspektive - darauf war ich nicht vorbereitet.” Jeder Astronaut schaue aus den Fenstern der ISS nach seiner Heimatstadt, sagte Gerst - „und die, die von der Küste kommen, sind da klar im Vorteil”.

Gerst soll voraussichtlich Anfang Juni für gut fünf Monate zur ISS starten und dort auch zeitweise Kommandant sein. Seinen ersten Einsatz auf der Raumstation hatte der Astronaut der europäischen Raumfahrtagentur Esa im Jahr 2014. „Jeder, der schon einmal im Weltall war, will noch einmal dorthin”, sagte Gerst.

„Es ist einfach so ein spezielles Gefühl - es ist gar nicht nur die Schwerelosigkeit oder das Herunterschauen auf unseren wunderschönen Planeten, es ist das Bewusstwerden, wo wir sind. Als ich dort oben war, habe ich gelernt, dass das Weltall überall ist, es ist riesig und leer, und es wird einem bewusst, dass der eine ganz besondere Ort, den wir im Weltall kennen, unsere Erde ist - und das hat in mir eine Sehnsucht nach dem Heimkehren ausgelöst.”

Beim Essen habe er bei seinem letzten ISS-Aufenthalt unter anderem Salat vermisst, sagte Gerst. „Mein Lieblingsnahrungsmittel, das ich mir diesmal bestellt habe, ist Käse. Hin und wieder schicken sie uns ein Stück Parmesan hoch - und das ist da oben wie Gold.”

Gemeinsam mit Gerst sollen der Russe Sergej Prokopjew und die US-Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor zur ISS starten. „Ich kenne die beiden Jungs seit langem und wir sind wie eine große Familie”, sagte die Ärztin. „Wir sind auch schon ein paarmal alle gemeinsam mit unseren jeweiligen Familien zusammengekommen und hatten viel Spaß.”

(dpa)
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