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DWD: Hitze-Sommer zeigt Bedeutung von Klimaanpassung

Unwetter, Hitze, Dürre - die Klima-Auswertung des Sommer 2018 ist ein Warnsignal. Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit einer künftigen Zunahme solcher Extremperioden.
Ein vertrocknetes Blatt auf verdorrtem Gras: Der Sommer 2018 hat sich durch überdurchschnittlich hohe Temperaturen ausgezeichnet. Foto: Martin Gerten Ein vertrocknetes Blatt auf verdorrtem Gras: Der Sommer 2018 hat sich durch überdurchschnittlich hohe Temperaturen ausgezeichnet.
Offenbach. 

Nach einem Sommer mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen und deutlich zu wenig Niederschlägen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Bedeutung von Maßnahmen zur Klimaanpassung hervorgehoben.

„Der diesjährige Sommer war mit seiner ausgesprochen intensiven Trockenheit und langanhaltenden Hitze außergewöhnlich”, sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker. „Wir erwarten aber in der Zukunft eine Zunahme von solchen extremen Perioden mit all ihren Konsequenzen für unsere Gesellschaft. Dies erfordert von uns allen intensivere Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen.”

„Der Klimawandel bedeutet nicht nur eine Erhöhung der mittleren Temperaturen, sondern auch die Zunahme von Extremereignissen”, betonte Becker. In diesem Sommer war das etwa die anhaltende Dürre in vielen Teilen Deutschlands, die zu Schäden und Ernteeinbußen in der Landwirtschaft führte. Zudem gab es lokale Unwetter mit Starkregen, die ebenfalls Zerstörungen anrichteten.

Starkregen führe gerade in Städten zu Überflutungen, weil die Kapazitäten der Kanalisation darauf nicht ausgelegt und Städte zu versiegelt seien, hieß es in einer Reaktion des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Sie pauschal auf Extrem-Ereignisse auszubauen, wäre aber zu teuer. Wichtig seien daher Maßnahmen wie die Entsiegelung von Flächen. Schutz vor Hitze wiederum böten Grün- und Wasserflächen. „Auf eine Formel gebracht: Wir brauchen mehr Grün und Blau im Grau.”

Der meteorologische Sommer von Juni bis August war mit einer Durchschnittstemperatur von 19,3 Grad bundesweit der zweitwärmste Sommer nach 2003 seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen, hieß es vom DWD. Im Norden und Osten Deutschlands handelte es sich sogar um den wärmsten Sommer überhaupt, in der Mitte Deutschlands um den trockensten bisher gemessenen.

Auch wenn die intensive Hitzewelle erst im Juli einsetzte, zeichnete sich bereits der Frühling 2018 durch überdurchschnittlich warme Temperaturen aus. Im letzten Drittel des April gab es flächendeckend Sommertemperaturen von 25 Grad und mehr in Deutschland.

Auch im europäischen Vergleich gab es nach DWD-Angaben in diesem Sommer zahlreiche Temperaturanomalien. In vielen Teilen Europas sei es überdurchschnittlich warm und trocken gewesen, sogar am Polarkreis seien 30 Grad und mehr gemessen worden. In Frankreich war der Sommer wie in Deutschland der zweitwärmste nach 2003, die Schweiz meldete den bisher drittwärmsten Sommer. Weitgehend normal oder sogar etwas kühler war der Sommer laut DWD dagegen in Teilen von Spanien und Portugal sowie über der südlichen Balkanhalbinsel.

(dpa)
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