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Erfolg bei Nachzucht: Addax-Antilopen in Hannover geboren

In freier Wildbahn wurden bei der jüngsten Zählung in der Sahara nur noch sechs Addax gesichtet. Ein Zuchtprogramm soll die Antilopen retten. Der Zoo Hannover kümmert sich darum - und freut sich nun über Nachwuchs.
Eine Addax-Wüstenantilope mit ihrem Nachwuchs im Gehege im Zoo in Hannover. Foto: Peter Steffen/dpa Eine Addax-Wüstenantilope mit ihrem Nachwuchs im Gehege im Zoo in Hannover.
Hannover. 

Versteckt hinter einem Baum liegt eine kleine Addax in einer Sandkuhle. Die imposanten, gewundenen Hörner müssen erst noch wachsen. Die junge Wüstenantilope ist mit ihrem hellen Fell gut getarnt.

Im Zoo Hannover ist sie ohnehin sicher - in freier Wildbahn allerdings ist die Art fast ausgerottet. Bei der jüngsten Zählung wurden in der Sahara, wo die Tiere einst weit verbreitet waren, nur noch sechs Exemplare gesichtet. Der Zoo Hannover führt das Zuchtbuch für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm. Erst im Juli wurden in Hannover drei weibliche Wüstenantilopen geboren.

Die Addax, auch Mendesantilopen genannt, sind Überlebenskünstler und perfekt an ihren Lebensraum angepasst: Sie decken ihren Wasserbedarf aus Kräutern und Gräsern, deren Flüssigkeitsgehalt in der Nacht durch die Luftfeuchtigkeit steigt. Die Wüstenantilopen können monatelang ohne Wasser auskommen und wittern, wenn es in Dutzenden Kilometern Entfernung regnet.

Zu Zeiten der Pharaonen waren die Addax-Antilopen in den Steppenregionen Nordafrikas noch weit verbreitet. Jahrhunderte später machten ihre majestätischen, gewundenen Hörner sie zur begehrten Jagdbeute der Kolonialherren. Der Bestand der Addax in freier Wildbahn schmolz auf weniger als 200 Tiere zusammen. In den meisten nordafrikanischen Ländern ist die Antilopenart inzwischen ausgerottet.

„Seit der Ölsuche im Jahr 2010 und der Ölförderung mitten im Hauptverbreitungsgebiet der Addax im östlichen Niger ist der Bestand noch einmal dramatisch gesunken”, sagt Thomas Rabeil vom Sahara Conservation Fund (SCF). Seismische Untersuchungen, Bulldozer, die Straßen bauen und Camps, die über das gesamte Gebiet verteilt sind, störten die weißen Wüstenantilopen massiv.

„Bei der letzten Zählung im April haben wir nur sechs Addax gesehen”, sagt Rabeil. Der Einsatz der Regierungen des Niger und Tschad, die Wüstentierart vor dem Aussterben zu retten, sowie die Unterstützung der internationalen Arterhaltungs-Gemeinschaft machen dem Tierschützer aber Hoffnung. Der SCF und seine Partner arbeiteten daran, die letzten noch wild lebenden Addax mit Tieren aus Zoos und Nationalparks zu verstärken.

Im Zoo Hannover leben derzeit ein Zuchtbock, vier ausgewachsene Weibchen, zwei Jungböcke und die drei im Juli geborenen Mädels. „Der Bock stammt aus den Vereinigten Staaten, um die genetische Vielfalt zu erhalten”, erklärt Zoologe Fabian Krause. In europäischen Zoos gebe es rund 250 dieser weißen Wüstenantilopen. Sie seien Botschafter für ihre Art.

„Etwa 100 Addax aus den Zoos in aller Welt wurden in den vergangenen Jahren über Hannover in Schutzgebiete nach Tunesien und Marokko gebracht”, berichtet Zoo-Sprecherin Simone Hagenmeyer. Der Bestand dort habe sich gut entwickelt, in den Nationalparks gebe es eine stabile Population. Noch gibt es Hoffnung, dass die Art einst wieder ihren ursprünglichen Lebensraum erobern kann.

(Von Martina Steffen, dpa)
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