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Forscher: 1,5 Millionen Wale im europäischen Atlantik

Ähnlich wie Seehundzähler gehen auch Walforscher in die Luft, um die Bestände der großen und kleinen Meeressäuger zu ermitteln. Nach zehn Jahren Pause liegen jetzt neue Zahlen vor.
Ein Forscherzählt aus der Luft Wale. Foto: Nino Pierantonio/Tierärztliche Hochschule Hannover Ein Forscherzählt aus der Luft Wale. Foto: Nino Pierantonio/Tierärztliche Hochschule Hannover
Hannover. 

Die Walbestände im europäischen Atlantik einschließlich Nord- und Ostsee sind seit mehr als 20 Jahren stabil geblieben. Das haben Berechnungen einer internationalen Forschergruppe nach einer Zählung im Sommer 2016 ergeben, wie die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover mitteilte.

Auf Stichproben beruhende Hochrechnungen ergaben demnach rund 1,5 Millionen Tiere von Schweinswalen über Delfine bis zu großen Pottwalen.

Die Wissenschaftler hatten in tausenden Walgruppen 19 verschiedene Arten gesichtet. Dafür waren drei Schiffe und sieben Flugzeuge an ausgewählten Strecken zwischen Norwegen und Gibraltar unterwegs. Die Untersuchung SCANS III umfasste eine Gesamtstrecke von rund 60.000 Kilometer auf zuvor festgelegten Routen.

Nach Hochrechnung der Zählergebnisse waren kleinere Schweinswale (467.000) und gewöhnliche Delfine (468.000) sowie Streifendelfine (372.000) die häufigsten Arten im europäischen Atlantik. Über die Datenanalyse wurden aber auch 14 000 der tieftauchenden Pottwale ermittelt und zudem 18.000 Finnwale. An der Koordination und Analyse der Flugzählungen hatte sich auch das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover beteiligt.

SCANS III war die dritte Erhebung nach Beginn 1994 und der Fortsetzung im Jahr 2005. Beim statistischen Vergleich dieser Zeiträume zeigten sich die Bestände von Schweinswalen, Weißschnauzendelfinen und Zwergwalen seit 22 Jahren beständig. Allerdings verschoben sich die Bewegungen der Schweinswale vom Nordwesten in die südliche Nordsee.

(dpa)
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