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Forscher erstellen riesiges Himmelslexikon

Sag' mir, wieviel Sternlein stehen: Forscher versuchen das und haben einen riesigen Datenkatalog zu Milliarden von Himmelsobjekten vorgestellt. Und doch ist das nur ein winziges Puzzlestück bei der Erforschung des Universums.
Ein Großteleskop auf Hawaii. Derzeit wird ein riesiges digitales Himmelslexikon erstellt. Foto: Rob Ratkowski Ein Großteleskop auf Hawaii. Derzeit wird ein riesiges digitales Himmelslexikon erstellt. Foto: Rob Ratkowski
Heidelberg/München. 

Ein riesiges digitales Nachschlagewerk für Milliarden von Sternen, Galaxien und anderen Himmelsobjekten hat ein internationales Forscherteam erstellt.

Das Himmelslexikon sei die bisher weltweit größte digitale Himmelsdurchmusterung, drei Viertel des Nachthimmels seien darin erfasst, teilte das beteiligte Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg mit. „Wir konnten bis an den Rand des Universums blicken”, sagte Institutsdirektor Hans-Walter Rix.

Der Katalog basiert auf Beobachtungen des Teleskop-Systems „Pan-Starrs”. Das Großteleskop „PS1” mit einer extrem leistungsfähigen Kamera durchforstete dafür seit 2010 über vier Jahre hinweg den Nachthimmel. Abgelichtet wurden etwa Sternenexplosionen (Supernovae), Asteroiden, fremde Galaxien und bis zu 12,5 Milliarden Lichtjahre entfernte Schwarze Löcher.

Insgesamt wurden drei Milliarden Himmelsobjekte in die Datenbank eingespeist. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon unter anderem neue wichtige Hinweise auf die Entstehung des Universums. Auch können sie beispielsweise erdnahe Asteroiden sichten und damit die mögliche Gefahr eines Einschlags auf der Erde besser bewerten.

Der riesige Katalog umfasst zwei Petabyte Daten - „das entspricht 40 Millionen Aktenschränken mit jeweils vier Schubladen eng bedrucktem Text”, hieß es. Der Himmel war dafür 60 Mal durchkämmt und gescannt worden. Die Forscher brauchten dann noch drei weitere Jahre, um alle Informationen systematisch zu erfassen, damit Astrophysiker und andere Wissenschaftler schnell darauf zugreifen können. Sie haben nun Zugang zu Millionen von Bildern, Karten von Sternenstaub und präzisen Messdaten der Objekte.

Außerdem wurde eine 3D-Karte der Milchstraße, unserer Heimatgalaxie, erstellt. Im Unterschied etwa zur Sternenhimmel-Karte des Astronomie-Satelliten „Gaia” wurden dabei Farbfilter verwendet, die eine fünfmal tiefere Schau in die Galaxie ermöglichen und auch schwächer leuchtende Objekte sichtbar machen. Beide Karten können aber nur 10 bis 20 Prozent der Milchstraßen-Sterne erfassen. Der Rest bleibe hinter Staub verborgen, erläuterte Rix.

Das Teleskop „PS1” ist eines von inzwischen zwei auf einem Berggipfel auf der zu Hawaii gehörenden Insel Maui stationierten Großteleskopen. „Pan-Starrs” steht für „Panoramic Survey Telescope And Rapid Response System”.

(dpa)
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