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Gärtner im Eis: „Ich habe einen normal grünen Daumen”

Die deutschen Polarforscher freuen sich schon auf Paul Zabel. Er will in einem Gewächshaus neben der Forschungsstation Neumayer III frisches Gemüse anbauen. In der Antarktis gibt es das sonst monatelang nicht. Doch Zabels eigentliches Ziel ist der Weltraum.
Raumfahrtingenieur Paul Zabel steht in Bremen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hinter einem Modell des Projektes „Eden-ISS”. Foto: Carmen Jaspersen Raumfahrtingenieur Paul Zabel steht in Bremen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hinter einem Modell des Projektes „Eden-ISS”.
Bremen. 

Paul Zabel ist Raumfahrtingenieur. Doch im nächsten Jahr wird er vor allem Tomaten, Gurken und Salat anbauen - und zwar in der Antarktis.

Dort will er ein neuartiges Gewächshaus testen, das künftig Astronauten auf Missionen zum Mond und Mars versorgen könnte. Monatelang wird er bei extremer Kälte, wenig Licht und mit neun Leuten auf begrenztem Raum leben müssen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa erzählt Zabel, wie er sich darauf vorbereitet hat und wieso er in diesem Jahr zweimal Weihnachten feiert.

Frage: Haben Sie einen grünen Daumen?

Antwort: Ich würde sagen: normal. So ein paar Pflanzen auf dem Balkon und in meiner Wohnung habe ich auch. Bei einem Crashkurs in den Niederlanden habe ich mich zwei Wochen intensiv im Gemüseanbau trainieren lassen, damit ich erkennen kann, wie es den Pflanzen geht.

Frage: Wie schmeckt das Gemüse aus Ihrem Gewächshaus?

Antwort: Natürlich besser, weil man es selbst angebaut hat. Es ist frisch. Man weiß, dass keine Pestizide und Pflanzenschutzmittel benutzt wurden.

Frage: Wie haben Sie sich auf das Jahr in der Antarktis vorbereitet?

Antwort: Die Besatzung der Neumayer-Station und ich haben eine Woche in den Alpen geübt, wie man sich auf Eis bewegt und wie man jemanden im Notfall aus einer Spalte birgt. Bei der Marine haben wir Brandbekämpfung gelernt. Wir hatten einen Erste-Hilfe-Kurs und haben in vier kleinen Wohnungen schon eine Zeit lang zusammengelebt, um uns kennenzulernen.

Frage: Haben Sie keine Angst vor einem Lagerkoller?

Antwort: Ich bin zufrieden mit der Crew. Ich komme mit allen klar. Was dann in dem einen Jahr passiert, kann man ganz schlecht voraussagen.

Frage: Wie werden Sie Ihre Freizeit verbringen?

Antwort: Es gibt einen Fitnessraum, einen Billardtisch, diverse Brettspiele, eine Bibliothek, ein großes Angebot an Filmen. Man kann sich dort wirklich gut beschäftigen - sowohl allein als auch in der Gruppe.

Frage: Was werden sie am meisten vermissen?

Antwort: Waldspaziergänge und Vogelgezwitscher.

Frage: Sie werden Weihnachten in der Antarktis verbringen. Wie feiern Sie?

Antwort: Es wird ein großes Weihnachtsessen mit allen zusammen geben. Mit meiner Familie in Deutschland feiere ich Weihnachten schon zwei Wochen vorher.

Zur Person: Der Raumfahrtingenieur Paul Zabel ist 30 Jahre alt. Er stammt aus dem Spreewald im Süden Brandenburgs und hat an der Technischen Universität in Dresden studiert.

(Von Irena Güttel, dpa)
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