Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 23°C

Harry-Potter-Spinne und Tauch-Tausendfüßler

Eine nach einer Harry Potter-Figur benannte Mini-Spinne, ein rennender und tauchender Tausendfüßler und ein orange-pinker Wurm ohne Darmausgang: Das Institut für Artenforschung der State University of New York hat seine jährliche Liste der zehn bizarrsten neuen Arten-Entdeckungen im Tier- und Pflanzenreich veröffentlicht.
Ein Exemplar einer kleinen Spinne mit dem Namen: Eriovixia gryffindori. Foto: Sumukha J. N. Ein Exemplar einer kleinen Spinne mit dem Namen: Eriovixia gryffindori. Foto: Sumukha J. N.
New York. 

Von der Orchidee mit Teufelsfratze bis zur Ratte mit Veggie-Gelüsten: Forscher haben wieder ihre jährliche Liste der skurrilsten neuen Arten veröffentlicht. Das Ganze hat einen ernsten Hintergrund.

Die „Top Ten” stammten aus zehn Ländern in vier Kontinenten und seien aus insgesamt 18 000 neu entdeckten Arten ausgewählt worden, teilte das Institut mit.

Die weniger als zwei Millimeter lange Spinne Eriovixia gryffindori haben Wissenschaftler in Indien entdeckt. Benannt wurde sie nach der Harry Potter-Figur Godric Gryffindor, deren Hut in seiner Form der Spinne ähnlich sieht. Die wahrscheinlich nachtaktive Mini-Spinne versteckt sich zwischen braunen abgefallenen Blättern auf dem Boden von Wäldern. Bislang ist nur ein einziges weibliches Exemplar entdeckt worden.

Ebenfalls nach einer fiktionalen Figur benannt wurde die Ameise Pheidole drogon, die in Papua-Neuguinea entdeckt wurde. Der schwarze Drache „Drogon” aus der Science-Fiction-Serie „Game of Thrones” war Namenspate für die Ameise mit den schwarzen Stacheln auf dem Rücken, die teilweise zur Befestigung von Muskeln dienen.

Auch zwei Tausendfüßler finden sich in den diesjährigen Top Ten: Illacme tobini, der im Sequoia Nationalpark in den USA entdeckt wurde, kann sogar bis zu 750 Beine haben - und damit möglicherweise bald einen Rekord aufstellen. Sein ganzes Leben lang fügt dieser rund 20 Millimeter lange Tausendfüßler, der keine Augen hat, immer wieder Beine hinzu. In Laos, Thailand und Vietnam wurde der 20 Zentimeter lange Tausendfüßler Scolopendra cataracta entdeckt, der 20 Beinpaare hat. Dieser Tausendfüßler ist der erste bekannte, der sowohl auf der Erde rennen, als auch ins Wasser fallen und tauchen kann.

Die in Indonesien entdeckte Ratte Gracilimus radix bevorzugt anders als viele ihrer nächsten Verwandten nicht Fleisch als Hauptgericht: der Allesfresser knabbert besonders gern an Wurzeln. Die Heuschrecke Eulophophyllum kirki wurde entdeckt, als Forscher in Malaysia eigentlich nach Spinnen und Schlangen suchten. Ein einziges Exemplar wurde bislang fotografiert, von einem Fotograf namens Peter Kirk, nach dem die Art auch benannt ist. Die Männchen der rund 40 Millimeter langen Art sind grün, die Weibchen pink.

Im brasilianischen Tocantina-Fluss entdeckten Forscher den Stachelrochen Potamotrygon rex - mehr als 100 Zentimeter lang und bis zu 20 Kilogramm schwer. Die vom Aussterben bedrohte Orchidee Telipogon diabolicus fanden Wissenschaftler in Kolumbien, deren Reproduktionsorgan aussieht wie der Kopf eines Teufels.

In Australien entdeckten Forscher die Tomatensorte Solanum ossicruentum. Wenn eine unreife Frucht angeschnitten wird, verändert sich das Fleisch von weiß-grün zu blutrot. Im Meer vor Mexiko in rund 1700 Metern Tiefe fanden Wissenschaftler den Meereswurm Xenoturbella churro. Der Wurm ist rund zehn Zentimeter lang, orange-pink und hat einen Mund - aber keinen Anus.

Weitere 10 Millionen Tier- und Pflanzenspezies - fünfmal mehr als bereits bekannt - warten demnach weltweit noch auf ihre Entdeckung. Mit den seit 2008 jährlich veröffentlichten „Top Ten” wollen die Forscher auf die Vielfalt im Tier- und Pflanzenreich und die drohende Ausrottung vieler Arten aufmerksam machen.

(Von Christina Horsten, dpa)
Zur Startseite Mehr aus Wissenschaft

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse