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Milchstraße hat zu 100 Milliarden gescheiterte Sterne

Zu groß für einen Planeten, zu klein für einen leuchtenden Stern - das sind Braune Zwerge. In der Milchstraße gibt es viel mehr davon als bisher angenommen.
Blick auf einen Teil der Milchstraße am nächtlichen Sternenhimmel über Lietzen im Landkreis Märkisch-Oderland. Foto: Patrick Pleul/Illustration Blick auf einen Teil der Milchstraße am nächtlichen Sternenhimmel über Lietzen im Landkreis Märkisch-Oderland. Foto: Patrick Pleul/Illustration
London. 

Milliarden gescheiterte Sterne bevölkern die Milchstraße. Das schließt ein internationales Astronomenteam aus der Analyse bestimmter Sternhaufen.

In unserer Heimatgalaxie gibt es demnach 25 bis 100 Milliarden sogenannter Brauner Zwerge, wie die Forschergruppe um Aleks Scholz von der Universität St. Andrews in Großbritannien und Koraljka Muzic von der Universität Lissabon in Portugal anlässlich der Astronomischen Jahrestagung im britischen Hull berichtet.

Braune Zwerge sind zu groß für Planeten, aber zu klein, um das Feuer der Kernfusion in ihrem Inneren zu zünden, durch das Sterne leuchten. Sie werden daher oft als gescheiterte Sterne bezeichnet. Die unscheinbaren Himmelsobjekte sind ein Nebenprodukt der normalen Sternentstehung und schimmern nur schwach im Licht der Wärme, die bei ihrer Entstehung frei wird. Daher sind sie sehr schwer aufzuspüren. Die ersten Vertreter wurden überhaupt erst 1995 entdeckt.

Da sie so schwer aufzuspüren sind, befinden sich die meisten der bislang gesichteten Braunen Zwerge in unserer kosmischen Nachbarschaft und sind nicht mehr als etwa 1500 Lichtjahre entfernt. Ein Lichtjahr ist die Distanz, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Zum Vergleich: Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, hat einen Durchmesser von rund 100 000 Lichtjahren.

Das Team um Muzic und Scholz hat systematisch nach Braunen Zwergen in Sternentstehungsregionen gesucht. Dabei bemerkten die Astronomen, dass der rund 1000 Lichtjahre entfernte Sternhaufen mit der Katalognummer NGC 1333 rund halb so viele Braune Zwerge besitzt wie richtige Sterne. Ein Vergleich mit einem zweiten Sternhaufen (RWC 38) mit deutlich anderen Bedingungen erbrachte dasselbe Verhältnis. Die Astronomen nehmen daher an, dass dieser Anteil universell ist.

„Unabhängig vom Typ des Haufens sind Braune Zwerge sehr häufig”, berichtet Scholz in einer Mitteilung der britischen Königlichen Astronomischen Gesellschaft. „Braune Zwerge entstehen zusammen mit Sternen in Haufen, daher legt unsere Arbeit nahe, dass es da draußen eine riesige Zahl Brauner Zwerge gibt.” Die Forscher haben ihre Analyse zur Veröffentlichung in den „Monthly Notices” der Königlichen Astronomischen Gesellschaft eingereicht.

(dpa)
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