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Nabu: Diesen Sommer vergleichsweise wenige Wespen

Mücken, Zecken, Quallen - es gibt viele Tiere, die im Sommer nerven können. Wespen gehören in diesem Jahr allerdings kaum dazu. Gänzlich Entwarnung gibt es aber noch nicht.
Experten zufolge soll dieses Jahr kein übermäßig starkes Wespen- und Hornissenjahr werden. Foto: Frank Rumpenhorst Experten zufolge soll dieses Jahr kein übermäßig starkes Wespen- und Hornissenjahr werden. Foto: Frank Rumpenhorst
Stuttgart. 

Ein paar Plagegeister weniger: Wegen des vielen Regens gibt es in diesem Sommer Experten zufolge vergleichsweise wenig Wespen.

„Wespen mögen es am liebsten trocken, warm und heiß”, sagte Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) der Deutschen Presse-Agentur. „Aber wir hatten in den vergangenen Wochen große Niederschläge. Für Wespen ist sowas gar nicht prickelnd.”

Das habe mehrere Gründe: Zum einen machten den Tieren bei feucht-warmem Wetter Schimmelpilze an ihren Nestern zu schaffen. Zum anderen fänden sie dann weniger Nahrung. Regional könne es bei ihrem Vorkommen je nach Wetterlage aber Unterschiede geben.

In Deutschland gibt es dem Nabu zufolge Hunderte Wespenarten. Davon sind aber nur zwei für Menschen wirklich lästig: die Deutsche und die Gemeine Wespe. Die säßen auf dem Steak und auf Kuchen. Andere Typen wie etwa die Hornisse ernährten sich mehr von Insekten.

„Dieses Jahr scheint kein übermäßig starkes Wespen- und Hornissenjahr zu werden”, sagte auch Martin Klatt, Referent für Arten- und Biotopschutz beim Nabu Baden-Württemberg. Der Biologe ist dem Verband zufolge regelmäßig im Feld unterwegs und kennt noch andere Gründe als das Wetter. „Zwar sind die Völker seit dem Frühjahr enorm gewachsen”, sagt Klatt. „Doch der Einsatz von Pestiziden in Landwirtschaft und Garten sowie das Insektensterben machen auch den Wespen das Leben schwer.”

Gänzlich Entwarnung gibt es aber noch nicht. Sei es in den kommenden Wochen dauerhaft warm und trocken, werde man vermehrt auch Wespen beobachten, sagte Heiermann. Ein Superjahr wie etwa 2015 werde es für sie aber selbst dann nicht.

Auch die Zeit spielt eine Rolle bei ihrer Nahrungssuche auf unseren Tellern: Im Frühsommer nehmen die Plagegeister vor allem Anflug auf Fleisch, erklärte der Nabu-Experte. „Dann müssen sie ihre Brut aufziehen.” Daher hätten sie es vor allem auf eiweißreiche - also eher herzhafte Nahrung - abgesehen. Im Spätsommer sei das anders: „Wenn die Wespen im Spätsommer Maximalgröße erreicht haben, schauen die Arbeiterinnen, dass sie sich selbst versorgen”, sagte er. Dann hätten sie es vor allem auf Zucker abgesehen.

(Von Antonia Lange, dpa)
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