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Studie untersucht Kooperation bei Menschen

Viele Menschen sind ihrem Umfeld gegenüber dann besonders spendabel, wenn andere das mitbekommen, zeigt eine Studie. Allerdings gilt das nur für bestimmte Personen.
Viele Menschen sind ihrem Umfeld gegenüber spendabler, wenn andere das mitbekommen. Foto: Franziska Kraufmann Viele Menschen sind ihrem Umfeld gegenüber spendabler, wenn andere das mitbekommen. Foto: Franziska Kraufmann
Oxford. 

Wenn Menschen anderen gegenüber freigiebig sind, lässt das nicht unbedingt auf Selbstlosigkeit schließen. Viele erhoffen sich davon durchaus eigene Vorteile, wie eine Studie zeigt.

Demnach sind Kooperationen etwa zwischen Mitbewohnern, Arbeitskollegen oder auch Nationen dann erfolgversprechender, wenn die Beteiligten glauben, dass sie davon profitieren. Das berichtet ein Team um Maxwell Burton-Chellew von der englischen Universität Oxford in den „Proceedings B” der britischen Royal Society.

Eine zentrale Frage bei der Kooperation von Menschen sei, ob die Beteiligten vor allem das Wohl der Gruppe suchen oder eher den persönlichen Vorteil, schreiben die Forscher. Dies hänge entscheidend davon ab, ob jemand eher rational oder eher irrational handele. Daher testeten die Forscher in der Studie anfangs, zu welcher der beiden Gruppen ihre knapp 300 Teilnehmer gehörten.

In der Studie konnten die Probanden bei einem Spiel Geld entweder für sich behalten oder es zum Nutzen aller in ihre Gruppe geben - eine Parallele etwa zum Zahlen von Steuern. In verschiedenen Runden nahmen manche Teilnehmer an, ihr Verhalten sei für ihre Mitspieler sichtbar, andere dachten das nicht. Die rationalen Probanden waren deutlich spendabler, wenn sie davon ausgingen, dass die anderen ihr Verhalten sehen konnten. Sie gaben dann dreimal häufiger Geld an die Gruppe als in anderen Runden.

Die irrationalen Teilnehmer - fast zwei Drittel der Probanden - änderten dagegen ihr Verhalten kaum. Irrationales Handeln könne etwa darauf beruhen, dass jemand das Spiel nicht verstanden habe oder nicht daran interessiert sei, schreiben die Forscher. Dies sei dann kaum zu interpretieren. Daher konzentrierten sie sich vor allem auf das Verhalten der rationalen Teilnehmer.

Die zeigten sich vor allem in der ersten Runde des Spiels spendabel. Die Forscher folgern, dass sie mit ihrem Verhalten andere dazu animieren wollten, ebenfalls Geld für die Gruppe zu geben - um später selbst davon zu profitieren.

Kooperation in Gruppen sei vor allem dann erfolgversprechend, wenn sich die Teilnehmer einen Nutzen für die Zukunft erhofften, schreiben die Autoren. Deshalb hätten Beziehungen, die auf gegenseitigen Nutzen ausgerichtet seien, eher dann Bestand, wenn alle Seiten glaubten, davon zu profitieren. Umgekehrt scheitere die Zusammenarbeit zwischen Menschen, Gruppen oder auch zwischen Staaten vor allem dann, wenn Beteiligte glaubten, dass sie ihnen künftig nicht mehr nützen würde. Dann seien sie nicht mehr bereit, in die Zusammenarbeit zu investieren.

Strategische Kooperationen zum Beispiel zwischen Menschen werden schon lange erforscht: So kam 2012 eine Studie der Yale-Universität mit Kindern zu dem Ergebnis, dass diese vor allem dann großzügig sind, wenn ihre Handlungen beobachtet werden.

Die Forscher betonen aber, man müsse bei solchen Studien grundsätzlich rationale von irrationalen Teilnehmern unterscheiden. „Diese Differenz zwischen Individuen sorgt für Störungen”, schreibt das Team. „Wenn man das nicht kontrolliert, sinken die Chancen dafür, strategische Kooperation oder anderes interessantes Verhalten zu ermitteln.”

(dpa)
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