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Ultraschall-Gerät soll Schweinswale vor Stellnetzen schützen

Dutzende Schweinswale sterben jährlich in der Ostsee, weil sie sich in Stellnetzen verfangen und ertrinken. Ein neues Gerät soll die Meeressäuger nun auf deren Kommunikationsfrequenz vor den Fischernetzen warnen.
Ein neu entwickeltes akustisches Warngerät soll Schweinswale vor dem Verfangen in Stellnetzen schützen. Foto: Boris Culik/Thünen Ein neu entwickeltes akustisches Warngerät soll Schweinswale vor dem Verfangen in Stellnetzen schützen. Foto: Boris Culik/Thünen
Rostock/Braunschweig. 

Schweinswale in der Ostsee enden oft tragisch in den Stellnetzen von Fischern. Die Meeressäuger, die regelmäßig zum Atmen an die Oberfläche kommen müssen, verfangen sich darin und ertrinken.

Mit ihrem akustischen Orientierungssinn können sie die dünnen Kunststoffnetze oft nicht rechtzeitig wahrnehmen, wie das Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock am Mittwoch mitteilte. Das soll nun ein neu entwickeltes Gerät verhindern. Es warne die Wale in deren eigener Sprache, sagte der Entwickler, der Meeresbiologe Boris Culik aus Heikendorf (Schleswig-Holstein).

Das Gerät PAL (Porpoise Alert) imitiere die Warnlaute der Tiere auf der Frequenz von 133 Kilohertz - also genau jener Tonhöhe, die Schweinswale für Ultraschallorientierung und Kommunikation nutzen. Die Kleinwale würden darauf mit einer verstärkten Echoortungsaktivität reagieren. Dies ermögliche es den Tieren, die Netze rechtzeitig wahrzunehmen. Mehrjährige Versuchsreihen in der dänischen und deutschen Stellnetzfischerei in der westlichen Ostsee hätten gezeigt, dass sich die ungewollten Fänge von Schweinswalen um mehr als 80 Prozent verringern ließen, sagte Culik.

Nach verschiedenen Schätzungen sterben jährlich zwischen 1,8 und 18 Prozent der Schweinswale in der Ostsee in Fischernetzen. Bei einem Bestand von knapp 500 Tieren, die das UN-Umweltprogamm Unep für die Ostsee angibt, wären das zwischen 9 und 90 Wale pro Jahr. Culik zufolge wird die Zahl der in Fischernetzen verendeten Ostsee-Schweinswale auf jährlich 75 bis 80 geschätzt. Insgesamt darf diese Todesursache nicht mehr als 1 Prozent der Population betreffen, um den langfristigen Erhalt der Art nicht zu gefährden.  

Das neue Gerät stresse die Wale weniger als die bisherigen sogenannten Vergrämer, die störende Geräusche aussenden und die Tiere somit von ihren natürlichen Lebens- und Nahrungsgründen fernhalten. Außerdem hätten die Vergrämer durch ihr Gewicht, ihre geringe Haltbarkeit und Sendeleistung sowie die schnelle Batterieerschöpfung große Nachteile.

(dpa)
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