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„Rauigkeit“ bei Schreien aktiviert Angstzentrum im Hirn

Frankfurt. 

Eine akustische Besonderheit macht menschliche Schreie zu unverwechselbaren Alarmrufen. Durch eine besonders schnelle Modulationsfrequenz weisen die Schreie eine „Rauigkeit“ auf, die sie in der Wahrnehmung so unangenehm macht, wie das Max-Planck-Institut für empirische Ästethik in Frankfurt am Main am Donnerstag unter Berufung auf eine neue Studie mitteilte. Das Gehirn nehme Geräusche als umso beängstigender wahr, je rauer sie seien. Dadurch werde das Hirnzentrum aktiviert, das für Verarbeitung und Erinnerung von Angst zuständig sei.

„Unsere Ergebnisse zeigen im Ganzen, dass Schreie eine bevorzugte akustische Nische belegen“, erklärte der Frankfurter Institutsdirektor David Poeppel, der das Phänomen zusammen mit Kollegen der New York University und der Universität Genf eingehend untersucht und nun in der Fachzeitschrift „Current Biology“ veröffentlicht hat.

Neben menschlichen Schreien wiesen unter anderem auch Alarmtöne von Weckern eine derartige akustische Struktur auf, teilte der Neurowissenschaftler und Psychologe mit. Die Hersteller ahmten damit die menschliche Stimme nach.

Für ihre Studie erstellten die Forscher eine Datenbank mit Geräuschen und überprüften ihre Ergebnisse dann in Laborexperimenten. Um die Auswirkungen im Gehirn zu untersuchen, nutzten sie zudem einen Magnettomografen.

„Rauigkeit“ entsteht den Experten zufolge durch das Tempo der Veränderungen von Geräuschamplitude oder -frequenz. Je schneller diese stattfindet, desto mehr vibriert ein Ton und desto rauer klingt er. Die Modulationsfrequenz von normaler Sprache liegt demnach zwischen vier und fünf Hertz, die von Schreien oder geschrienen Sätzen aber deutlich darüber zwischen 30 und 150 Hertz. Auf diese Weise stechen sie aus anderen Rufen heraus und werden vom Gehirn sofort als alarmierend wahrgenommen.

(afp)
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