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Lehren aus dem Fusionsflop? Deutsche Börse zieht Bilanz
Die Deutsche Börse bilanziert Anfang nächster Woche das Geschäftsjahr 2011. Nach dem erneuten Scheitern der Fusion mit der New Yorker NYSE wird vom Vorstand eine neue Strategie gefordert. Börsenchef Reto Francioni verteidigt bislang seinen Posten.
Frankfurt. ![]()
Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse Foto: dpaKann der Vorstand der Deutschen Börse das Unternehmen nach der geplatzten Fusion mit der New Yorker NYSE in eine erfolgreiche Zukunft führen? Betriebsrat und Aktionäre fordern einen Neuanfang. An diesem Montag (13.2.) berät der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns, am Abend will das Unternehmen seine Zahlen für 2011 vorlegen. Einen Tag später (14.2.) stellt sich der Vorstand den Fragen der Journalisten.
Der Vorsitzende des Kontrollgremiums, Manfred Gentz, hatte unmittelbar nach dem Veto aus Brüssel erklärt: "Es besteht zu grundlegenden Änderungen von Strategie, Struktur und Führung kein Anlass, vielmehr sind jetzt Ruhe und Kontinuität geboten."
Nicht einfach Tagesordnung
Man dürfe nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, fordert dagegen Johannes Witt, Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat: "Hier sind ganz klar Managementfehler passiert, dafür müssen hoch bezahlte Vorstände die Verantwortung übernehmen."
Etwa 80 Millionen Euro investierte der Frankfurter Marktbetreiber nach Angaben von Börsenchef Reto Francioni 2011 in das Projekt. Analysten erwarten für das erste Quartal 2012 nochmals Kosten in zweistelliger Millionenhöhe für das Fusionsvorhaben.
Zusammenschluss untersagt
Die EU-Kommission untersagte Anfang Februar den Zusammenschluss zum weltgrößten Handelsplatz aus Sorge vor einem Quasi-Monopolisten im Handel mit Derivaten, also Finanzwetten. "Das Projekt war richtig, und seine Logik ist es unverändert", verteidigte Francioni die Pläne nach dem Veto und schob Brüssel den Schwarzen Peter zu.
Ob er persönlich Konsequenzen ziehen wird, ließ der Schweizer bislang offen. Seit November 2005 führt der heute 56-jährige Francioni die Deutsche Börse AG, zwischenzeitlich wurde sein Vertrag um fünf Jahre bis Ende Oktober 2013 verlängert.
Deutliche Ergebnissteigerung<7h2>
Francioni verwies auf die guten Geschäfte der Deutschen Börse: "Die Deutsche Börse AG hat 2011 ein gutes Jahr absolviert." Nach einer "deutlichen Ergebnissteigerung" 2011 gehe der Konzern mit "positiven Wachstumserwartungen" ins Jahr 2012.
Zwölf von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Analysten rechnen für das abgelaufene Jahr mit 2,226 Milliarden Euro Umsatz und einem Überschuss von 874,1 Millionen Euro. Für das Jahr 2010 hatte die Deutsche Börse einen Konzernüberschuss von 417,8 (Vorjahr: 496,1) Millionen Euro verbucht. Die Umsatzerlöse stiegen auf 2,106 (2,062) Milliarden Euro. Belastet wurde das Ergebnis von Abschreibungen in Zusammenhang mit der 2007 gekauften US-Aktienoptionsbörse ISE.



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