Auszeit in der Arktis

Es ist nicht leicht, das Ende der Welt zu finden. Doch die unberührten Landschaften der arktischen Inselgruppe Spitzbergen geben einen Eindruck, wie es für die ersten Siedler wohl aussah, als sie ankamen, um Wale, Robben, Eisbären und Polarfüchse zu jagen – und dort eine neue Heimat fanden. Ein Bad Vilbeler wandelt auf ihren Spuren.

Von Thomas Maetz

Echt cool: Der Bad Vilbeler Thomas Maetz ist vom Archipel Spitzbergen fasziniert. Foto: PrivatDie Sprechanlage des Expeditionsschiffes quäkt und eine bekannte Stimme ist zu hören. Der Expeditionsleiter verkündet die Sichtung eines Eisbärs. Plötzlich ist nichts wie zuvor, alle Reisenden springen auf, greifen zur Kamera und rennen an Deck. Oben angekommen, eröffnet sich der Blick auf eine kleine Insel am Eingang zum Smeerenburgfjord und schließlich wird allen klar, dass der weiße Punkt dort tatsächlich ein Eisbär ist. Dieser verschwindet nach ein paar Minuten so schnell, wie er aufgetaucht war.

Den Kellnern steht ins Gesicht geschrieben, dass sie diese Aufregung gar nicht verstehen; sie sind fast das ganze Jahr mit dem Schiff unterwegs, es ist quasi ihre Heimat.

Spitzbergen lockt vor allem mit seinen Fjorden, Gletschern und besonderen Tierarten. Die größte Siedlung ist Longyearbyen. Beherbergte die Siedlung ursprünglich Minenarbeiter, die für den Kohleabbau gekommen waren, so lebt die Stadt heute vom Tourismus.

Neben den obligatorischen Souvenirshops findet sich jedoch auch Unerwartetes. In einer Zweigstelle der Universität Tromsø beschäftigen sich internationale Forscher mit arktischen Themen und im "Svalbard Global Seed Vault" wird Saatgut zum Schutz der Artenvielfalt gelagert. Auch unternehmen kann man in der Gegend einiges. Es bieten sich Gletschersafaris, Hundeschlittenfahrten und Schiffsausflüge in die nahe gelegenen Siedlungen Barentsburg und Pyramiden an. Vergessen sollte man allerdings nie, dass sich des öfteren hungrige Eisbären herumtreiben. Wegen der möglichen Begegnung ist es nur mit einem bewaffneten Führer oder einem eigenen Gewehr erlaubt, die Stadt zu verlassen.

Wer noch eine Anregung für den nächsten Urlaub sucht oder eine neue Heimat fernab der Wetterau, dem sei Spitzbergen auf jeden Fall kühlstens empfohlen. Wer sich auf dieses Abenteuer der Extraklasse einlässt, bekommt nicht nur schöne Eisberge, Gletscher und Tiere der Arktis zu sehen, sondern bekommt auch den selten gewordenen Eindruck einer wenig berührten Welt.

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