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Bürger planen neue Kaiserstraße
Sollen Bäume weg oder nicht? Kreisverkehr ja oder nein? Der Magistrat will bis Sommer Stellung beziehen
Die Kaiserstraße soll umgebaut werden – so viel ist Konsens. Vielen Bürgern blutet jedoch das Herz angesichts drohender Baumfällungen. Deutlich wurde das bei einer gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanz- sowie Bauausschuss und Ortsbeirat, bei der die Einwohner mitdiskutieren durften. Auch das Thema Verkehrskreisel lässt manchen nicht kalt. 2013 soll der Startschuss am Elvis-Presley-Platz fallen.
Von Petra Ihm-Fahle
Friedberg. ![]()
Zeigt seine Ideen für den Umbau der Friedberger Kaiserstraße: Friedrich-Wilhelm Durchdewald (rechts) mit dem Stadtverordneten Florian Übelacker. Foto: Petra Ihm-Fahle "Haben sich überhaupt Bürger gemeldet, die Schäden an ihren Kanälen haben?", fragt die Zuhörerin energisch. Ihre Stimme hebt sich ein weiteres Mal: "Mir kommt es vor, als werde dieser Kanalhorror genutzt, um ein Argument zur Baumfällung zu finden!" Bürgermeister Michael Keller (SPD) schüttelt den Kopf: "Das ist eindimensional gedacht. Hinter uns steht der Staatsanwalt. Wir sind gehalten, ordnungsgemäße Kanalisation vorzuhalten."
Steine des Anstoßes
Emotionale Töne nach den Präsentationen von Keller, der Initiative "Friedberg-Forum", die eigene Pläne erarbeitete, und des Leiters vom städtischen Tiefbauamt, Tobias Kolckhorst. Zwei Steine des Anstoßes gab es. Zu Beginn hatte Keller die Anregungen aus der Bürgerversammlung vom August resümiert und die Stellungnahmen der Verwaltung bekanntgegeben. Bei dieser Auflistung kam das Wort Baum kaum vor. Die Debatte um die drohende Fällung der alten Lindenallee hatte bei der Versammlung aber den größten Raum eingenommen. 3500 Unterschriften für den Erhalt sammelte die Bürgerinitiative (BI) Pro Baum. Kellers Auslassung schmeckte daher vielen Zuhörern nicht, ebenso wenig wie die Ausführungen des Leiters vom Tiefbauamt. Kolckhorst war auf das Ver- und Entsorgungsnetz entlang der Kaiserstraße eingegangen: Abwasserkanäle, Strom- Gas- und Wasserleitungen beispielsweise. Prüfungen ergaben, dass die Kanalrohre Ende des 19. Jahrhunderts verlegt wurden. "Die Rohre sind teilweise beschädigt, unter anderem durch Wurzeleinwuchs."
Die Planung der Stadt sieht vor, die Gewächse weit genug von den Hauswänden wegzusetzen – neue Bäume, nicht die alten. Marion Götz (SPD), Vorsitzende vom Haupt- und Finanzausschuss, sprang Keller bei. Die Stadtregierung habe sich mit dem Stichwort Bäume sehr wohl befasst. Ein Papier – sie hielt es hoch – liege allen Parlamentariern vor. Es sei nur noch nicht ausgearbeitet. "Darum wollte der Magistrat das heute noch nicht behandeln."
Verkehr verlangsamen
Anderer Aufreger waren die zwei Verkehrskreisel, die das "Friedberg-Forum" in seinen Plänen vorsieht. Sie sollen als Ein- und Ausfahrt den Elvis-Presley-Platzes markieren und den Verkehr entschleunigen. Der Friedberger SPD-Chef Marc Bansemer stellte sich gegen die Kreisel: Seiner Ansicht nach werde ein gewisses Klientel Autofahrer – Leute mit Zeit und Sonntagsfahrer – die Kreisel nutzen, um auf der Suche nach einem schönen Parkplatz endlos Bahnen zu ziehen.
Friedrich-Wilhelm Durchdewald (Friedberg-Forum) nannte das Argument nachdenkenswert. Er halte die Kreisel im Hinblick auf die Verkehrssicherheit für wichtig. "Dadurch sinkt die Unfallquote ab." Nachts seien Autos oft zu schnell auf der Kaiserstraße unterwegs. Laut Bürgermeister Keller werden alle Anregungen geprüft und gegebenenfalls in die Beschlussvorlage des Magistrats einfließen. Sie soll bis zur Sommerpause vorliegen.



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