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Der Theatertraum rückt näher
Fortschritte beim Alten Hallenbad in Friedberg: Gebäude werden abgerissen, Bauantrag ist eingereicht
Abreißen, um Neues zu schaffen: Einen weiteren Durchbruch erzielen die Freunde des Alten Hallenbads in Friedberg. Zwei Gebäude werden weichen, um die Umbaupläne zur Kulturstätte zu beflügeln. Der Bauantrag ist jetzt eingereicht.
Von Thomas Kopp
Friedberg. ![]()
Hans Drechsle (von links) nimmt in der Poststelle des Wetteraukreises am Dienstag um 11:25 Uhr den Bauantrag zur Umgestaltung des Alten Hallenbades von Reinhard Wilk und Ulrich Lang an und versieht ihn mit dem Eingangsstempel."Hurra! Endlich ist es gelungen, die Voraussetzungen für den Rückbau der in den 60er-Jahren an das Jugendstilgebäude angefügten Fremdkörper zu schaffen." So freut sich Ulrich Lang, der Vorsitzende des Friedberger Hallenbadvereins.
Für den im Altstadtsanierungsplan der Stadt Friedberg vorgesehenen Abbruch der "Jungen-Umkleide" und des Schornsteins bis zur Kellersohle hat die Nassauische Heimstätte als Trägerin der Altstadtsanierung mit der Gesellschaft Theater Altes Hallenbad eine Vereinbarung unterzeichnet. Damit wird der Abriss der nicht zum historischen Gebäudekern des Alten Hallenbades in der Haagstraße gehörenden Anbauten vollständig aus Sanierungsmitteln gefördert "und damit absehbar realisierbar", schildert Lang.
Mit der Altstadtsanierung soll neben der Modernisierung von Privatgebäuden auch durch neue kulturelle Einrichtungen ein Beitrag zur Aufwertung des gesamten Gebietes erreicht werden. Dass die Altstadt durch die Umnutzung des Hallenbades zur Kulturstätte eine Aufwertung und Belebung erfahren wird, sei beiden Parteien klar.
Zeichen für die Wetterau
Mit den nach den Wintermonaten vorgesehenen Abrissarbeiten wird sich nach den dreijährigen Vorbereitungs- und Planungsarbeiten die Außenansicht erstmals sichtbar verändern. "Das sollte für die Friedberger und die ganze Wetterau auch ein Zeichen für die Machbarkeit des von manchen skeptisch gesehenen Vorhabens sein und unseren Bemühungen um Unterstützung durch Bürger und Unternehmen Aufwind geben", so Lang.
Wie Marc Rohde, Geschäftsführer der für den Umbau gegründeten Gesellschaft, ergänzt, ist für die Modernisierung des Hauptgebäudes eine weitere Kostenübernahme durch die Altstadtsanierung vorgesehen, allerdings könnten Fördermittel dafür nur in Höhe der sogenannten unrentierlichen Kosten in Anspruch genommen werden. Damit gemeint sind Kosten, die der reinen Modernisierung und dem Erhalt dienen, als etwa nicht für die geplante Gastronomie oder die ausstattung des Theaterraums.
"Der Abschluss der Vorarbeiten für den Bauantrag ist ein weiterer Meilenstein unseres leidenschaftlichen Engagements auf dem Weg zur Rettung und Umnutzung des Jugendstilensembles", sagte Lang am Dienstag, als er mit dem Gesellschafts-Beiratsvorsitzen Reinhard Wilk den Bauantrag bei der Poststelle des Wetteraukreises einreichte. Die eingereichten Unterlagen sind das Ergebnis der Planungsgruppe aus Fachingenieuren, die seit 18. August 2011 unter Leitung von Dirk Siebel (mtp Architekten Frankfurt) im Zweiwochenrhythmus tagte. Bei diesen Planungen sind zahlreiche Alternativen diskutiert und weitere Spezialisten wie die Wetterauer Gastronomen André Großfeld (Gastraum der Sinne, Friedberg-Dorheim) und David Tzschirner (Zur Krone, Bad Nauheim) zu Rate gezogen worden. "Am Ende haben die Fachingenieure alle Fragen geklärt und zu einem genehmigungsfähigen Bauantrag zusammengeführt", erklärt Lang.
Er erwartet, "dass wir bereits im Frühjahr, wenn die Genehmigung des Gesamtkonzeptes vorliegt, über die bereits genehmigte Entfernung der unzeitgemäßen Anbauten hinaus mit der weiteren Umgestaltung des Alten Hallenbades fortfahren können". Seine persönliche Planung geht allerdings noch viel weiter. Bis jetzt gab es nur kleinere Veranstaltungen im Foyer.
Galafeier 2015/2016
Spätestens 2013 sollen Veranstaltungen im Hauptraum stattfinden. Neben der Dachsanierung will sich Lang noch in diesem Jahr daran machen, das Schwimmbecken abzudecken. Dann könnten hier größere Veranstaltungen stattfinden. Und Lang könnte sich einen Traum erfüllen: seinen 70. Geburtstag am 16. April 2013 am Ort seiner jahrelangen Bemühungen zu feiern. Die Gala-Eröffnung des fertiggestellten Hauses könnte seiner Meinung nach 2015 oder 2016 erfolgen.
Bis dahin ist viel zu tun, oft geht es ums Geld. Jetzt stehen weitere Verhandlungen mit der Nassauischen Heimstätte an, um die Beteiligung an der Modernisierung zu erreichen. Doch auch mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Hessischen Landesamt für Denkmalpflege steht Lang in Kontakt. "Die zeigen großes Interesse am Erhalt des Bads, so dass ich mit weiteren Geldern rechne."
3,3 Millionen Euro sind für den Umbau veranschlagt. Lang geht von einer geringeren Summe aus, da viel mit Eigenleistung, aber auch durch großzügige Handwerker zu stemmen sei. "Und wenn es nur deswegen ist, weil sie hier Schwimmen gelernt haben", sagt Lang.



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