Schüler gegen Rassismus

Aktion „Respekt!“: Prominente danken Bad Vilbeler Gymnasiasten

Am Tag der Offenen Tür des Georg-Büchner-Gymnasiums war viel los: Neben den Informationsangeboten kam der Spaß nicht zu kurz. Doch auch Ernstes wurde thematisiert – besonders Rassismus spielte eine Rolle.

Von Deliah Eckhardt

Bad Vilbel. Kämpfen gegen Rassismus: Schauspieler Patrick Dewayne, Fußballerin Sandra Minnert, Lehrerin Cornelia Dewayne und Werbeexperte Maik Rudolf (von links) beim Tag der Offenen Tür des Büchner-Gymnasiums. Foto: Deliah EckhardtAm Samstag öffnete das Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel seine Türen. Geboten wurden allgemeine Informationen für Eltern und angehende Fünftklässler samt Schulführungen. An Ständen konnten sich alle außerdem über den Förderverein, die Betreuung und die Bibliothek informieren.

Es gab Theateraufführungen, Kunstausstellungen und Musik, Chemie- und Biologieexperimente brachten den Besuchern die Naturwissenschaften näher. Optische Täuschungen und Zaubereien faszinierten das Publikum, Quizze luden zum Mitmachen ein. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Verkauft wurden frische Waffeln, Kuchen und Würstchen; natürlich durften neben Kaffee und kalten Getränken auch Glühwein und Kinderpunsch nicht fehlen.

Etwas Besonderes hatte sich Cornelia Dewayne mit ihrer Klasse 9d einfallen lassen: Die Schüler engagierten sich unter der Leitung ihrer Lehrerin für die gemeinnützige Initiative "Respekt! – Kein Platz für Rassismus". Um der Klasse dafür zu danken, hatte sich neben ihrem Mann, dem Schauspieler Patrick Dewayne, sogar die Schirmherrin der Initiative angekündigt: Sandra Minnert, zweifache Welt- und vierfache Europameisterin im Frauenfußball, danke den Schülern persönlich. Auch Maik Rudolf von der Frankfurter Werbeagentur Querformat Medienkonzept war gekommen: Sein Vater, Lothar Rudolf, ist Mitbegründer der gemeinnützigen Initiative.

Tritte und Schmähungen

Neben mühevoll erstellten Kollagen, Basteleien und Zeichnungen ermutigten die Mädchen und Jungen die Besucher dazu, ihre Definition von Respekt aufzuschreiben: Mit kleinen Zettelchen formten sie an der Fensterscheibe in Großbuchstaben das Wort Respekt.

Ein Ereignis im Dezember 2006 hatte den Anstoß zur Gründung der Initiative gegeben: Immer wieder auftretende ausländerfeindliche Zwischenfälle auf Fußballplätzen, die mit rassistischen Schmähungen durch Zuschauer begannen, gipfelten immer öfter in Schlägen und Tritten gegen Spieler.

Über 2000 Schilder

Einer der bekanntesten Fälle: Zuschauer beleidigten den nigerianischen Spieler Adebobawe Ogungbure, damals Sachsen Leipzig, woraufhin dieser sich nicht zu helfen wusste und mit dem Hitlergruß auf die Schmähungen antwortete. Damals wurde die Idee geboren: Ongungbures Fußballkollegen, allen voran sein ehemaliger Mitspieler Daniel Gunkel und dessen Freund Jermaine Jones, beschlossen, dass es Zeit sei, ein Zeichen zu setzen. "Über 2000 Schilder hängen inzwischen an deutschen Sportplätzen", berichtet Patrick Dewayne sichtlich stolz.

Mehr Informationen zur Initiative unter http://www.respekt.tv im Internet.

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