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Silikonskandal trifft Wetterau
Patientinnen des Gesundheitszentrums erhielten gefährliche Brustimplantate
Auch Patientinnen des Bad Nauheimer Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) wurden minderwertige Brustimplantate eingesetzt. Die GZW kritisiert in dem Zusammenhang die Zulassungsstellen für Implantate. Maßnahmen seien jetzt mit den betroffenen Patientinnen individuell zu prüfen.
Bad Nauheim. ![]()
Die GZW ist eines der größten brustoperierenden Zentren in Hessen. "Wir beziehen Brustimplantate von mehreren Lieferanten. Für einen begrenzten Zeitraum gehörte die niederländische Fima Rofil auch dazu", dies bestätigte der Geschäftsführer der GZW, Wolfgang Potinius.
Gemeinsam mit dem Chefarzt der Abteilung Gynäkologie, Ulrich Groh, sei die GZW-Geschäftsleitung unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten Informationen über minderwertige Brustimplantate im Dezember aktiv geworden. "Wir haben umgehend beim Bundesinstitut für Arzneimittelsicherheit und Medizinprodukte (BfArM) nachgefragt, ob auch die niederländische Firma Rofil die in Kritik stehenden Implantate der Firma PIP vertrieben hat. Dies hat das Institut auf unsere frühe Anfrage hin erst recherchieren müssen. Direkt nach Erhalt der Antwort haben wir Anfang Januar alle betroffene Patientinnen angeschrieben", betonte Potinius.
Nach Angaben von Chefarzt Groh ist nur ein kleiner Prozentsatz der Patientinnen betroffen. Wie viele es sind, sei noch nicht bekannt, sagte Pressesprecherin Hedwig Rohde auf Nachfrage.
Der Ärztliche Direktor des GZW, Professor Friedrich Grimminger, kritisierte die deutschen Zulassungsstellen für Implantate. Überprüfungen der Herstellerfirmen würden viel zu lax gehandhabt. Zudem würden diese vorher angekündigt, so dass die Hersteller Vorkehrungen treffen könnten.
Im Hochwaldkrankenhaus würden pro Jahr 300 Brustkrebs-Patientinnen operiert, von denen einigen Implantate eingepflanzt würden.
Gegenüber den von Rofil gelieferten Implantaten hätten keine Vorbehalte bestanden. "Qualitätsbedenken gab es damals nicht", sagte Groh. "Die Implantate trugen nicht nur das europäische CE-Siegel, sondern waren außerdem TÜV-zertifiziert", ergänzte Potinius. fnp



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