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Die alltägliche Starthilfe
ADAC-Mitarbeiter sind wegen der extremen Kälte im Dauereinsatz
Wenn der Motor startet und die Fahrzeugheizung anspringt, kann für viele Hessen der Tag beginnen. Ob zur Schule, zur Arbeit oder zum Einkauf – die Menschen sind individuell und mobil. Doch die meisten haben eines gemeinsam: Wenn der Wagen streikt, geht gar nichts mehr. Oder doch?
Von Harald Konopatzki
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Oliver Entrop (l.) kennt die Macken der Autos. Mit wenigen Handgriffen hat er die Batterie von Gabriele Hofmann-Werthers Wagen getauscht. Foto: hko Frankfurt. Ein kurzer Piep aus Richtung Armaturenbrett zeigt Oliver Entrop, dass es mal wieder so weit ist: Irgendwo in Frankfurt braucht jemand Hilfe. Auf einem Display erscheinen die Daten, die der Disponent einige Kilometer weiter ins System eingespeist hat.
Entrop ist einer von 15 "Gelben Engeln", die Frankfurter Autofahrern bei Pannen helfen. Der 44-Jährige ist seit vier Jahren für den ADAC unterwegs, dieser Tage kommen besonders viele Aufträge rein. "Je extremer das Wetter, desto höher die Zahl der Pannen. Das gilt für die große Hitze im Sommer ebenso wie für die Eiseskälte", weiß er aus leidvoller Erfahrung. Allein am Freitagvormittag sind es zwischen 8 und 11 Uhr sieben Stationen, die der Kelkheimer anfährt.
Der gute Eindruck
Die Temperaturen sind Gift für die sensible Elektronik der modernen Karossen und ihre Batterien. "Den Wagen regelmäßig bewegen und auch das Alter der Batterie im Blick haben", rät der Experte. Drei bis fünf Jahre halte eine Durchschnittsbatterie in jedem Fall durch, danach sinkt die Chance, den Winter ohne Starthilfe zu überstehen. Doch auch der Mensch trägt manchmal seinen Teil dazu bei, wenn der Saft weg ist.
"Wir waren gestern im Konzert, mein Mann hat das Parklicht angelassen", erklärt Gabriele Hofmann-Werther. Als das Paar am späten Abend in die Tiefgarage in der Junghofstraße zurückkam, streikte der VW-Tigra. Für Entrop sind es nur einige wenige routinierte Handgriffe. Obwohl die alte Batterie in seinen Augen durchaus noch eine Chance verdient hätte, kommt er dem Wunsch der Kundin nach und tauscht sie.
Entrop und seinen Kollegen sind bemüht, nicht nur auf die 17 Millionen ADAC-Mitglieder einen guten Eindruck zu machen. "Wir stehen auf der Straße immer etwas unter Beobachtung und wollen unseren guten Ruf behalten", erzählt er auf dem Weg zum nächsten Einsatz.
Dass er auf der Straße manchmal etwas flotter unterwegs ist als erlaubt, wird toleriert. "Wenn bei den Temperaturen beispielsweise eine Mutter mit einem Kleinkind im Wagen warten muss, ziehen wir solche Einsätze vor und sehen zu, dass wir uns beeilen. Andererseits sind wir nicht die Feuerwehr." Auch bei Pannen vor der Haustür helfen die Engel oft. "Wenn der Wagen daheim nicht anspringt, ist das auch eine Panne", betont der ADAC-Mann. Selbstverständlich sei diese Bereitschaft für einige Kunden nicht. "Es gibt vor allem bei Senioren das Phänomen, dass wir hören, dass man uns nicht wegen eines liegengebliebenen Wagens belästigen will – wir hätten ja wichtigeres zu tun."
Zwei überbrückte Batterien, rund 30 Minuten später, wird deutlich, was Entrop meint, wenn er davon spricht, dass die Gelben Engel oft auch als Psychologen gefragt sind.
Frust und Wut
Zwar begegnen dem aufgeschlossenen Rheinländer die meisten Kunden freundlich – bei einem Van im Westend ist die Freude jedoch getrübt. Nicht nur, dass der rote, auf einem Privatparkplatz abgestellte Familien-Van seit Montag den Dienst verweigert – beim Warten auf den ADAC haben die Besitzer lange Kratzer an der Seite entdeckt. "Wahrscheinlich jemand, dem es nicht gefällt, dass wir den Platz angemietet haben", vermutet die teils geknickt, teils wütend wirkende Ehefrau. Ihr Mann ist frustriert, will am liebsten aus Frankfurt wegziehen. Entrop beruhigt die beiden und kümmert sich anscheinend nebenbei um den technischen Defekt. Als die Polizei 25 Minuten später eintrifft, kann das Paar schon wieder lächeln. Der Wagen läuft.
Auch der ADAC ist nicht vor Pannen sicher. Entrop: "Ja, einmal musste ich mich mit dem Dienstfahrzeug abschleppen lassen – da haben die Passanten schon gelacht. Aber da stehen wir drüber."



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