Hertha trudelt Absturz entgegen: 0:1 gegen Hannover

Drittes Spiel, dritte Pleite: Unter dem neuen Trainer Michael Skibbe kann Hertha BSC weiter nicht gewinnen und bewegt sich gefährlich nah am Abstiegs-Abgrund. Mit dem 0:1 (0:0) am Samstag gegen Hannover 96 hat der Berliner Club in der Fußball-Bundesliga nun bereits zum neunten Mal nacheinander einen Sieg verpasst.

Von Von Jens Mende

Berlin. Der Hannoveraner Christopher Avevor (l) wehrt einen Angriff auf das 96er-Tor von Herthas Pierre-Michel Lasogga ab. Foto: Sebastian Kahnert dpa/lbnMohammed Abdellaoue machte vor 36 997 Fans mit einem Superschuss den erst zweiten Auswärtssieg der "Roten" in dieser Saison perfekt. 2012 ist 96 noch ungeschlagen und ohne Gegentor.

Im eiskalten Olympiastadion lief am 20. Spieltag alles gegen Hertha. U 21-Auswahlspieler Sebastian Neumann, der zum ersten Mal überhaupt in der Bundesliga ran durfte, musste nach 74 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz. Mit weiter 20 Punkten könnten die Berliner am Sonntag bei einem Sieg von Kaiserslautern gegen Köln auf den Relegationsplatz abrutschen. Hannover greift mit nun 30 Punkten als Tabellen-Siebter Platz sechs an, der am Saisonende wieder die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb sichern würde.

Defensiv neu aufgestellt

Skibbe hatte sein Team nach den Ausfällen von Kapitän Mijatovic, Lell, Janker, Raffael und Franz vor allem defensiv neu aufgestellt und ausgerichtet. Der 21 Jahre alte Alfredo Morales, der von Jürgen Klinsmann schon in den Kader der USA-Nationalmannschaft berufen worden war, gab sein Startelf-Debüt in der Liga. Neumann musste nach wiederholtem Foulspiel vorzeitig vom Feld.

Das schwächste Heimteam der Liga, das von den letzten 27 Heimspielen im Oberhaus nur ganze drei gewinnen konnte, übernahm anders als beim jüngsten 1:2 gegen den HSV zunächst die Initiative und spielte sich gleich vier Superchancen heraus. Einen Kopfball von Peter Niemeyer wehrte Ron-Robert Zieler ab (12.), Patrick Ebert schoss einen Freistoß knapp neben das 96er Tor (29.) und köpfte danach um Zentimeter vorbei (34.). Und nach dem schönsten Hertha-Angriff rettete der zeitig eingewechselte Christopher Avevor gegen Pierre-Michel Lasogga noch auf der Torlinie (41.).

Abwehr umbauen

Auch Hannover-Coach Mirko Slomka musste nach der nachträglichen Sperre für Emanuel Pogatetz in der Abwehr umbauen: Der von einem Muskelfaserriss gerade genesene Christian Schulz verteidigte an der Seite von Mario Eggimann innen, musste aber nach 36 Minuten schon wieder verletzt raus. Ansonsten mühten sich in Berlin jene Stammkräfte, die seit nun sieben Bundesligaspielen ungeschlagen sind. Fast hätte Sergio Pinto kurz vor der Pause überraschend die Führung für die lange Zeit nur auf Konter spielenden Gäste geschafft, er zielte aus zehn Metern aber viel zu hoch.

Neuzugang Mame Diouf, kurzfristig für 1,8 Millionen Euro von Manchester United zum Europa-League-Club gekommen, sah zunächst nur von der Bank aus zu. "Mame ist ein gefährlicher und dynamischer Stürmer", lobte Slomka und schickte den Senegalesen nach der Pause in sein erstes Bundesliga-Spiel. Und Hannover wurde mutiger. Mit der ersten Aktion hatte der 24-jährige Diouf schon seine erste Kopfball-Möglichkeit. Dann steckte er den Ball zum Matchwinner Abdellaoue, der sich mit dem 1:0 bedankte.

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