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Kriminalität rückläufig: Problem Wohnungseinbrüche
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Einzig die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg. Foto: Franz-Peter Tschauner/Symbol Wiesbaden. Hessens Polizei sagt der wachsenden Zahl von Wohnungseinbrüchen den Kampf an. Mit einer Zunahme von neun Prozent im vergangenen Jahr bleibe dieser Bereich "Sorgenkind" der Kriminalitätsstatistik, sagte Innenminister Boris Rhein (CDU) am Freitag bei Vorlage der Kriminalitätsstatistik 2011. Mit der ebenfalls boomenden Computer- und Wirtschaftskriminalität trüben die Einbrüche die Zahlen. Danach gab es im vergangenen Jahr in Hessen 10 874 Einbrüche in Wohnungen, die Zahl der Delikte am helllichten Tage hat mit einen Zuwachs von 12,2 Prozent auf 4500 Fälle besonders stark zugelegt.
Insgesamt ist die Zahl der erfassten Straftaten in Hessen mit 396 834 Fällen jedoch erstmals seit 1984 wieder unter die Schwelle von 400 000 gefallen, das Minus beträgt im Vorjahresvergleich 1,3 Prozent. Zugleich wurde mit 58,5 Prozent die höchste Aufklärungsquote seit 1971 erreicht.
Rhein sprach insgesamt von einer "sehr positiven Bilanz". Die Landtagsopposition hielt dem Minister vor, er rede die Kriminalitätssituation schön. Bei der Aufklärung liege Hessen nur auf Platz sieben der Bundesländer. Die Spitze bildeten Thüringen, Bayern und Rheinland-Pfalz.
Bei Wohnungseinbrüchen will die hessische Polizei die als typisch geltenden An- und Abfahrtsstrecken noch stärker kontrollieren und an Brennpunkten präsent sein. Sehr gute Erfahrungen haben die Behörden nach den Worten Rheins mit einer erstmals in Frankfurt eingerichteten "Tatortgruppe" gemacht, die nach Einbrüchen auch nachts sofort die Spuren untersucht. Aber auch Prävention sei wichtig. Die Bürger selbst müssten Einbrechern "einen Riegel vorschieben", sagte Rhein. Es sei erschreckend, wie wenig Fenster gesichert seien. Als Erfolg wertete er, dass zwei Fünftel aller Einbrüche in Wohnungen scheitern.
Deutlich rückläufig waren Morddelikte (-10,8 Prozent) und fahrlässige Tötungsdelikte (-14,9 Prozent). Zurückgegangen ist auch die Jugendkriminalität. Die Zahl der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 20 Jahren verminderte sich um 10,8 Prozent auf knapp 14 000.
Dies führte Rhein auf ein Bündel von Maßnahmen seitens der Behörden und auch Schulen zurück. Beispielhaft sei das Projekt "Gelbe Karte", das die Städte Wiesbaden, Fulda und Gießen nach Gewaltdelikten als "Warnung" vor einem drohenden Verlust des Führerscheins anwenden. Als großen Erfolg wertete der Innenminister auch die Häuser des Jugendrechts in Frankfurt und Wiesbaden, in denen Justiz und andere Behörden bei der Ahndung von Delikten kooperieren. Eine Ausweitung dieses Modells auf andere Teile Hessens sei nicht auszuschließen, sagte Rhein.
Zugenommen hat in Hessen im vergangenen Jahr die Computerkriminalität (+10,3 Prozent). Die Wirtschaftskriminalität legte sogar um mehr als 40 Prozent zu. Der Betrug mit Kapitalanlagen schnellte in diesem Segment dabei 2011 sogar um fast 400 Prozent auf 1165 Fälle in die Höhe. Dies führten die Behörden aber vor allem auf ein großes Verfahren zurück.
Die Polizei arbeite engagiert, könne aber wegen der von oben verhängten Einsparungen nicht mehr leisten, erklärte die SPD-Abgeordnete Nancy Faeser. "Boris Rhein kann den Bürgerinnen und Bürgern kein echtes Mehr an Sicherheit bieten." Regional seien Frankfurt und Kassel von der Zunahme der Wohnungseinbrüche betroffen. Auch die Grünen sahen in der Statistik "keinen Grund zu Jubelorgien".
Die solide Sicherheitspolitik der Landesregierung zahle sich aus, meinten dagegen die Regierungsparteien: "Hessen ist eines der sichersten Bundesländer in Deutschland", erklärte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Alexander Bauer. Der FDP-Abgeordnete Wolfgang Greilich erklärte: "Besonders erfreulich ist der Rückgang bei den Gewalt- und Rohheitsdelikten sowie bei der Jugendkriminalität."



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