VfB schießt Hertha noch tiefer in die Krise: 5:0-Kantersieg

Der VfB Stuttgart hat Hertha BSC noch tiefer in die Krise geschossen. Mit dem 5:0 (4:0)-Kantersieg beendeten die Schwaben nach einem über weite Strecken überzeugenden Auftritt zudem ihre Negativserie von sieben Spielen in der Fußball-Bundesliga ohne Erfolgserlebnis.

Von Von Elmar Dreher

Stuttgart. Der Stuttgarter Spieler Shinji Okazaki (r) im Zweikampf mit Berlins Christoph Janker (l). Foto: Bernd Weißbrod dpa/lswDie desolat agierenden Berliner stecken dagegen nach der zehnten Partie ohne "Dreier" tief im Abstiegskampf. Auch für ihren Trainer Michael Skibbe dürfte die Lage nach der insgesamt fünften Pleite in Liga und DFB-Pokal brenzlig werden.

Desolat agierende berliner

Martin Harnik überragte beim VfB mit drei Treffern (28./41./58. Minute) am Samstag vor 45 000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena. Fünf-Millionen-Wintereinkauf Vedad Ibisevic (24.) hatte bei 14 Grad minus das Schützenfest eröffnet. Shinji Okazaki (32.) war ebenfalls erfolgreich. Die harmlosen und komplett enttäuschenden Berliner mussten eine Stunde lang in Unterzahl spielen: Andreas Ottl sah wegen eines groben Fouls die Rote Karte (30.).

VfB-Trainer Bruno Labbadia baute sein Team gegenüber dem Pokal-Debakel gegen Bayern München auf drei Positionen um. Prominentestes Opfer der Rückkehr zum altbewährten 4-2-3-1-System war Nationalstürmer Cacau, der bis zur 72. Minute auf der Bank frieren musste. Hertha-Coach Michael Skibbe konnte nach Raffaels abgelaufener Rot-Sperre wieder auf seinen Spielmacher zurückgreifen. Der Brasilianer blieb aber wie faktisch das gesamte Team ohne Effekt.

Beide Mannschaften stark verunsichert

Beide Mannschaften wirkten in den ersten 20 Minuten stark verunsichert. Selbst in unbedrängten Situationen erfolgten viele Fehlpässe. Dann kamen die Schwaben urplötzlich in Schwung und trumpften groß auf. Innerhalb von 18 Minuten machte der VfB mit vier Treffern vorzeitig alles klar.

Ibisevic eröffnete mit einem spektakulären Seitfallzieher das Torfestival. Allerdings gingen dem ersten Treffer des Bosniers für den VfB ein Abseits und ein gefährliches Spiel voraus. Harnik schloss einen sehenswerten Konter über Okazaki und Ibisevic zum 2:0 ab. Der Japaner erzielte gegen die inzwischen dezimierten Berliner per Kopf nach präziser Flanke von Khalid Boulahrouz das 3:0. Und Harnik machte mit seinem traumhaften zweiten Treffer schon früh das Debakel für die konsternierten Herthaner perfekt.

Nach belieben bestimmt

Der VfB bestimmte auch nach dem Seitenwechsel nach Belieben das Geschehen. Die sich widerstandslos ergebenden Berliner waren meist nur ein Spielball. Bis auf den bedauernswerten Torhüter Thomas Kraft stemmte sich keiner ernsthaft gegen die Klatsche. Letztendlich konnte der Aufsteiger sogar froh sein, dass der VfB die indiskutable Vorstellung der Gäste nicht noch höher bestrafte. Kraft verhinderte mit einigen guten Paraden noch Schlimmeres, Harniks 5:0 bedeutete aber den höchsten Saisonsieg der Stuttgarter.

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