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Absolute Mehrheit ist kein Naturgesetz
Zu "Zu fair und zu brav" (Ausgabe vom 1. Dezember):
Wahlanalysen von CDU-Gliederungen gehören zu den eher kultigen Produkten der Ideengeschichte. Bei guten Ergebnissen liegt es an der Bonität des Personals, bei einem schlechterem Abschneiden sind "dunkle Mächte" am Werk. Folgt man Epiktet (vor über 2000 Jahren) sind es "nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen von den Dingen, die Menschen beunruhigen"; so auch bei der CDU Elz. Anstatt demütig und glücklich über eine absolute Mehrheit zu sein, reagiert sie mit alberner Weinerlichkeit; so, als wären absolute Mehrheiten für die CDU ein Naturgesetz. Elz ist für die CDU, wie zuvor schon für das Zentrum, eine sichere Bank. Vor- und Nachfolgepartei haben in dieser Gemeinde stets hohe und höchste Prozente abgeräumt; begünstigt durch das Milieu der Wählerschaft. Weil Menschen nun einmal das ihnen Bekannte und Vertraute wählen, und überall, wo die katholische, kleinbürgerliche Bevölkerung mit ihrer übergroßen Mehrheit auf die CDU abonniert ist, gibt es auch in heutiger Zeit noch geradezu politisch-biotophafte Strukturen mit stabilen Traditionen, die sich über viele Generationen fortsetzen. Die eigentliche Sensation bei den Wahlergebnissen der CDU ist aber die Tatsache, dass sie gegen hervorragende Persönlichkeiten zustande gekommen sind, die auch überregional zu den ersten sozialdemokratischen Adressen zählen. Mit Thomas Lang hat die SPD einen Kandidaten nominiert, der menschlich und fachlich zu den Besten in diesem Genre gehört.
Manfred Birko
Runkel



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