CDU will stärker an die Basis

Selbstkritische Wahlanalyse

Von einer detaillierten Analyse der Ergebnisse der Kommunalwahl über die Neuwahl des Vorstandes bis hin zur Ehrung langjähriger Mitglieder reichte die Tagesordnung der Jahreshauptversammlung des CDU-Stadtverbandes.

Limburg. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Michael Stanke (mitte) und der Landtagsabgeordnete Helmut Peuser (links neben ihm) zeichneten verdiente Mitglieder aus: Rudi Eisenbach (links) sowie Lothar Dormagen und Roman Speier halten der CDU schon seit Jahrzehnten die Treue. Foto: Koenig. "Das Ergebnis der letzten Kommunalwahl war eine Enttäuschung", räumte der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Michael Stanke, gleich zu Beginn freimütig ein. Neben überregionalen Faktoren, wie dem Bundestrend oder der Reaktorkatastrophe in Japan, habe es aber auch "hausgemachte Gründe" gegeben.

"Eine Analyse der Ergebnisse der einzelnen Wahllokale zeigt große Stimmenverluste für die CDU in Blumenrod und auch in der Weststadt", erklärte Michael Stanke. Beides sei auf das Thema Verkehr zurückzuführen. In Blumenrod gehe es dabei um den umstrittenen Verlauf der Südumgehung, während in der Weststadt die hohe Verkehrsbelastung der Diezer Straße eine Rolle spiele.

Insbesondere die Frage der Südumgehung habe ein hohes Mobilisierungspotential, sagte Stanke. Hinzu komme, dass die Limburger CDU sich über die Jahre an die großen Wahlerfolge gewöhnt und sich auch "ein bisschen" auf ihnen ausgeruht habe.

Zum Jagen getragen

"Man hatte bei der letzten Wahl den Eindruck, unsere Wahlkämpfer müssten zum Jagen getragen werden. Man muss aber kämpfen", pflichtete Ortsvorsteher Hermann Muth dem Vorsitzenden bei. Zukünftig sollte der CDU-Stadtverband versuchen, die vielen eigenen Kontakte zu nutzen und stärker an die Basis heranzutreten, betonte Michael Stanke. Denn als Limburger "Quasi-Regierungspartei", die auch hauptamtliche Politiker in ihren Reihen habe, laufe man sonst in Gefahr, "durch Vernunft träge" und in der Öffentlichkeit nur als Bedenkenträger wahrgenommen zu werden.

Die künftigen politischen Ziele umriss der Vorsitzende der CDU-Stadtverordnetenfraktion Michael Köberle. Er betonte, dass Limburg nicht mehr Geld ausgeben solle, als es habe. Die CDU könne daher auch nicht einem solchen Haushaltsplan zustimmen.

Die Frage der innerstädtischen "Sicherheit und Sauberkeit" spiele weiter eine Rolle. "Man muss den Bahnhofsvorplatz zu jeder Tageszeit überqueren können, ohne Angst zu haben", betonte der Fraktionsvorsitzende. Schwerpunkte seien außerdem die Wirtschaftsförderung (mit dem Ausbau der WERKStadt) und der Anspruch, "Limburg als Stadt der Generationen" zu gestalten, in der Jung und Alt gemeinsam leben.

Neue Sprachrohre

Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes wählten die Mitglieder jeweils mit großer Mehrheit Michael Stanke (Offheim) zum Vorsitzenden sowie Christopher Dietz (Lindenholzhausen) und Christian Wendel (Offheim) zu seinen Stellvertretern. "Die beiden sind neu im Amt und daher unbelastet. Sie sollen als Sprachrohr des Stadtverbandes nach außen auftreten", kündigte Michael Stanke an.

Zum Schriftführer wurde Winfried Feige (Kernstadt), zum Schatzmeister Stefan Best (Kernstadt) und zu seinem Stellvertreter Robert Trier (Kernstadt) gewählt. Geschäftsführer ist Dieter Nink (Eschhofen) und sein Stellvertreter Hermann Muth (Offheim). Beisitzer sind Richard Eisenbach (Kernstadt), Dimitri Klassen (Offheim), Marianne Meudt (Linter), Stefan Schäfer (Kernstadt) sowie Bernd Kremer (Eschhofen).

Höhepunkt der Versammlung waren die Ehrungen: Lothar Dormagen (Eschhofen) ist seit 65 Jahren, Roman Speier (Kernstadt) seit 50 und Rudi Eisenbach (Kernstadt) seit 40 Jahren in der CDU. koe

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