Der Wirtschaft geht es gut

Spitzenwert bei IHK-Konjunkturumfrage – Erwartungen aber weniger euphorisch

Der gewerblichen Wirtschaft im Landkreis geht es entgegen den seit längerer Zeit kursierenden Konjunkturwarnungen insgesamt gut. Dies belegt die aktuelle Umfrage der IHK bei 300 Firmen.

Limburg. . Die heimischen Unternehmer haben ihre gegenwärtige Geschäftslage in den IHK-Umfragen noch nie so positiv bewertet wie heute: 42 Prozent bezeichnen sie als gut, 48 Prozent als befriedigend und nur zehn Prozent als schlecht. Die erfreuliche Bilanz, die IHK-Präsident Günther Schmidt gestern präsentierte, wird durch den Ausblick seiner Kollegen auf die nächsten zwölf Monate nur wenig getrübt. Etwa zwei Drittel rechnen mit einer etwa gleich bleibenden Entwicklung oder sind unsicher, ob es besser oder schlechter wird. Jeweils 18 Prozent erwarten einen weiteren Aufschwung beziehungsweise eine Verschlechterung.

Der Gesamtklimaindex, das Stimmungsbarometer der Wirtschaft, hat sich gegenüber der letzen Befragung im Spätsommer nicht verändert und steht weiterhin auf stabilen 115 Punkten. Der positive Bereich fängt bei über 100 Punkten an.

Als Risiken für die konjunkturelle Entwicklung werden von jedem zweiten Unternehmen die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise genannt. Auch die Inlandsnachfrage macht fast jeder zweiten Firma Sorgen. 44 Prozent sehen eine Gefahr in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen – Schmidt hält die Staatsverschuldung sogar für das größte Risiko. Die Politik hätte seiner Meinung nach schon vor einem Jahr konsequenter auf die Krise reagieren müssen. Fachkräftemangel und Arbeitskosten folgen an vierter und fünfter Stelle.

Arbeitsmarkt stabil

"Insgesamt blicken die Unternehmen jedoch relativ gelassen in die Zukunft. Die Rückschau auf die letzte Krise mit einem relativ schnellen Wiederaufstieg hat gezeigt, dass man gelernt hat, auch mit Schlechtwetterlagen umzugehen", sagte Schmidt.

Welche Konsequenzen hat das alles für den Arbeitsmarkt und die Investionen? 59 Prozent wollen in Zukunft etwa gleich viel investieren, 20 Prozent mehr, 21 Prozent weniger. Mehr ausgeben will die Industrie, demgegenüber möchte jeder zweite Einzelhändler sparen. 18 Prozent der Unternehmen wollen mehr Mitarbeiter einstellen, elf Prozent die Belegschaft verkleinern, 71 Prozent gehen von gleichem Personalbestand aus. Auch hier sind es vor allem die Investitionsgüterproduzenten, die mehr Leute brauchen. Baugewerbe, Gastronomie und unternehmensbezogene Dienstleister wollen ebenfalls mehr einstellen; an Personalabbau denken eher die Einzelhändler.

Starke Industrie

Und so sieht die Situation in den drei verschiedenen Branchen aus:

In der Industrie werden mit einem Anstieg auf 130 Punkte im Klimaindex fast wieder die sehr guten Werte vom Frühjahr 2011 erreicht. Ihre gegenwärtige Lage bezeichnen 55 Prozent der Firmen als gut und nur sieben Prozent als schlecht. 27 Prozent rechnen mit einer weiteren Verbesserung, jedes dritte Exportunternehmen glaubt an bessere Umsätze auf den Weltmärkten. Die Auftragseingänge haben sich in der Industrie in den vergangenen vier Monaten gut entwickelt; auch im Baugewerbe (Klimaindex: 120 Punkte), wo die Hälfte der Firmen vier Monate und länger ausgebucht ist.

Schwacher Einzelhandel

Unverändert mau ist dagegen die Stimmung im Einzelhandel (82 Punkte). Nur 15 Prozent der Händler bezeichnen ihre gegenwärtige Lage als gut, 20 Prozent als schlecht, 65 Prozent als befriedigend. 40 Prozent melden rückläufige Umsätze. Und keiner erwartet eine Verbesserung. . .; 30 Prozent sogar eine Verschlechterung. Besser sieht es im Großhandel aus, obwohl der Index von Sommer bis Winter von 123 auf 118 Punkte gefallen ist.

Das gleiche Bild bei den Dienstleistern: Der Index schwächte sich zwar von 121 auf 111 Punkte ab, aber 42 Prozent berichten von einer guten, nur neun Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Bezüglich der zukünftigen Entwicklung gibt es etwas mehr Pessimisten als Optimisten. hei

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