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Kein neuer Basaltabbau
Gemeinde Waldbrunn lehnt den Antrag auf Wiederaufnahme ab
Die Pläne für einen Steinbruch am Heidenhäuschen sind "beerdigt". Weil das nötige Verwaltungsverfahren zu langwierig und die Genehmigung zu unwahrscheinlich ist, will die Gemeinde Waldbrunn das Vorhaben auf ihrer Fläche nicht genehmigen.
Waldbrunn. ![]()
So wird es in dem seit fast 90 Jahren stillgelegten Steinbruch "Auf der Lay" am Heidenhäuschen wohl auch in Zukunft aussehen: Das Gelände bleibt Naturschutzgebiet, der Abbau von Basalt wird nicht wieder aufgenommen. Foto: Thies Es wird keine Reaktivierung des Steinbruchs "Auf der Lay" am Heidenhäuschen geben. Das haben der Waldbrunner Bürgermeister Lothar Blättel (SPD) und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Marc Eisenkopf (Bürgerliste), am Dienstagabend in einem Pressegespräch verkündet. Dem Antrag der Firma Johann Schmidt KG, die auf der gemeindeeigenen Fläche in der Ellarer Gemarkung erneut Basalt abbauen wollte, wird nicht stattgegeben.
Zwar hat es keinen offiziellen Parlamentsbeschluss gegeben, aber Sprecher aller drei Fraktionen der Gemeindevertretung haben sich nach Angaben des Bürgermeisters übereinstimmend auf diese Haltung geeinigt. Vorausgegangen waren Gespräche mit leitenden Mitarbeitern der Oberen Naturschutzbehörde und der Bergaufsicht beim Regierungspräsidium Gießen.
Langes Verfahren
"Die Fachleute haben uns klar gemacht, dass eine Genehmigung nur nach einem äußerst langen Verfahren denkbar wäre", sagte Lothar Blättel. "Und selbst dann gehen die Erfolgsaussichten nahezu gegen Null", ergänzte Marc Eisenkopf. Haupthindernis für den Gesteinsabbau sei die Lage in einem Naturschutzgebiet und zugleich in einem europarechtlich geschützten FFH-Gebiet.
"Ich sehe das durchaus zwiespältig", sagte Bürgermeister Blättel. "Der Basaltbruch hätte langfristige, sichere Einnahmen erbracht, die die Gemeinde gut gebrauchen könnte." Möglicherweise könnten Windkraftanlagen dazu dienen, doch noch eine neue Geldquelle zu erschließen. Die Gemeindevertretung wird sich in ihrer Sitzung heute Abend um 19.30 Uhr im Pfarrheim in Hintermeilingen mit dem Thema "Windkraft in Waldbrunn" befassen.
Gegen den Steinbruch hatte sich im Frühjahr massiver Widerstand formiert, nicht zuletzt in Steinbach und Hangenmeilingen, wo mit einer ansteigenden Belastung durch Staub, Erschütterungen und Lkw-Verkehr gerechnet wurde, aber auch in Hintermeilingen. "Es hat mich gefreut, dass ein Teil der Bevölkerung ihre Liebe zur Kommunalpolitik wiederentdeckt hat", kommentierte Marc Eisenkopf diese Entwicklung.
Unter der Gürtellinie
Er und Lothar Blättel bemängelten aber, dass einige Diskussionsbeiträge die Sachlichkeit hätten vermissen lassen. Beispielsweise seien Kommunalpolitiker "unter der Gürtellinie" angegriffen worden, in Einzelfällen auch von Steinbruch-Befürwortern.
Marc Eisenkopf betonte, dass nichts an dem immer wieder geäußerten Verdacht dran sei, dass der Steinbruch "im stillen Kämmerlein" ausgehandelt werden sollte. "Mit sämtlichen Gesprächen im Vorhinein wollten wir nur Informationen sammeln", sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung. "Diese Informationen haben wir jetzt, und auf ihrer Grundlage haben wir entschieden."
Lothar Blättel betonte, dass es sich beim hartnäckigen Verweigern einer Festlegung durch alle Fraktionen und ihn selbst um keinen "Zickzack-Kurs" gehandelt habe, sondern dass man erst fundierte Fakten habe erarbeiten wollen. "Ich hätte mir selbst ein Versäumnis vorwerfen müssen, wenn ich einer Möglichkeit für Einnahmen der Gemeinde nicht nachgegangen wäre", betonte Blättel. vt



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