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Marmor für die Kreuzkirche
Von Lydia Aumüller
Villmar/Limburg. ![]()
Die Dresdner Kreuzkirche um das Jahr 1900. Der Fußboden des 1945 ausgebrannten Gotteshauses bestand aus Lahnmarmor. Foto: Aumüller Die Limburger Heimatforscherin Monica Jung entdeckte kürzlich im Limburger Anzeiger Nr. 32. eine interessante Notiz aus dem Jahr 1892. Darin wird den Lesern mitgeteilt:
"Ein seltenes Fuhrwerk passierte gestern (10. Februar 1892) die hiesige Lahnbrücke: ein mit 18 Pferden bespannter Wagen, auf welchem sich ein immenser Marmorblock, angeblich im Gewicht von 300 Zentner, befand. Der Transport war nach Villmar bestimmt, dort selbst wird der Marmorblock verarbeitet und kommt dann als Säule nach Dresden." Möglicherweise war eine Säulenpracht für die Dresdener Kreuzkirche bestimmt, in der nachweislich der Fußboden Ende des 19. Jahrhunderts aus Lahnmarmor gefertigt wurde.
Es dürfte ein aufsehenerregender Schwertransport über die alte Limburger Brücke gewesen sein, dessen abenteuerliches 19-PS-Gespann als Endstation die Nassauische Marmorfabrik in Villmar, an der Lahn ansteuerte. Am 1. April 1892 hatte der Marmor-Fabrikant Adolph Neumann aus Wetzlar von dem in Villmar in Konkurs gegangenen Unternehmer Carl Conen das Nassauische Marmor-Werk als Zweigniederlassung übernommen. Die Firma nannte sich jetzt "Nassauisches Marmorwerk Dyckerhoff & Neumann", verfügte über 100 Fach- und Hilfsarbeiter und konnte nachweislich in ganz Deutschland gewaltige Großaufträge bewältigen.
So auch in Dresden. Wie ein Dokument belegt, fand um 1900 die Fertigung des Marmorbodens der Kreuzkirche mit schwarzem und antik rotem Nassauer Marmor (so wurde der Lahnmarmor genannt) statt. Architekten waren: die Bauräte Schilling und Gräbner.
Der Archivar der Dresdner Kreuzkirche, Uwe Keller, teilte auf Anfrage mit, dass 1897 die Kirche durch Brand teilweise zerstört wurde und der Wiederaufbau des Kirchenschiffes 1900 beendet war. Wie auf einem historischen Bild um 1900 zu sehen ist, dürften die Säulen am Altar und Marmorarbeiten im Fußboden des Kirchenschiffes von Dyckerhoff und Neumann, Villmar, gefertigt sein. Im Februar 1945 wurden die Kreuzkirche und die gesamte Stadt Dresden durch Bombenangriffe zerstört und mit ihnen die ganze Marmorpracht.



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