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Virtuose Musiker
Organist Martin Buschmann und Trompeter Thomas Henninger
Die Truhenorgel passt in einen Kombi, ist vielseitig und bietet ein interessantes Konzerterlebnis; besonders, wie jetzt geschehen, bei einem gemeinsamen Konzert mit den Instrumenten Orgel und Trompete.
Von Anneke Jung
Hünfelden-Kirberg. Zur alljährlichen Abendmusik an Epiphanias konnte die Kirchengemeinde Kirberg-Ohren diesmal den Dekanatskirchenmusiker Martin Buschmann begrüßen. Er stellt die vor einem guten Jahr angeschaffte Truhenorgel bei vielen Veranstaltungen im Dekanat vor und machte in der Kirberger Pfarrkirche Station.
Dass die kompakt wirkende, transportable Variante einer ausgewachsenen Kirchenorgel – sie passt laut Buschmann in einen normalen Kombi – doch recht vielseitig ist, sich sowohl als solistisches Instrument als auch zur Begleitung eignet, demonstrierte er an Musikstücken aus den verschiedensten Epochen und Stilrichtungen. Dazu hatte er auch noch einen Musikerkollegen mitgebracht, nämlich den Trompeter Thomas Henninger.
Gemeinsam musizierten sie überwiegend barocke Werke, die noch ein wenig den weihnachtlichen Glanz der vergangenen Wochen ins Gedächtnis riefen. Das gilt besonders für Schluss und Beginn des Konzerts mit dem Trompetenkonzert von Giuseppe Torelli und der virtuosen Suite für Trompete und Orchester von Georg Philipp Telemann. Beides blies Henninger tadellos auf der Piccolotrompete und die kleine Orgel zeigte orchestrale Fülle. Besonders gefiel das hierzulande unbekannte Stück des schwedischen Komponisten Oskar Frederik Lindberg, dessen ruhige Melodik und sanfte Melancholie anrührten.
Dass es Orgeln schon viel länger gibt, als man denkt, nämlich schon seit vorchristlicher Zeit, und dass sie in ihrer Frühzeit nicht etwa sakralen Zwecken dienten, sondern an fürstlichen Höfen zu Festen und zum Tanz gespielt wurden, war vielen Zuhörern sicher neu. Mit frühen Orgelwerken, wie der archaisch anmutenden "Estampie" aus dem Robertsbridge-Codex, der ältesten schriftlich festgehaltenen Orgelkomposition und dem folkloristischen mittelalterlichen Tanz "Ungarescha" demonstrierte Martin Buschmann klingend seine interessanten Erläuterungen.
Streiflichter durch die Geschichte der Orgelmusik boten auch die Tanzvariationen "Est-ce Mars" von Jan Pieter Sweelinck oder ein Stück für eine Flötenuhr, eine Art Spieluhr, von Carl Philipp Emanuel Bach. Bei letzterem sah man förmlich die zierliche Tänzerin, die auf der Spieluhr ihre Pirouetten dreht.
Dass sowohl die Musik als auch die aufschlussreichen und kurzweilig vorgetragenen Erklärungen beim Publikum Anklang fanden, zeigte der anhaltenden Applaus. Als Zugabe boten die beiden Musiker noch eines der berühmten "Trumpet Voluntaries" von John Stanley als gelungenen Abschluss.



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