Klicken Sie aufs Bild, um über eine Karte zu Meldungen Ihrer Region zu gelangen.
Zu viel Schlamm im Wiesensee
„Entschlammungskur“ wird mehrere Millionen kosten – Noch keine Zusage vom Land
Der über 40 Jahre alte Wiesensee verschlammt zusehends. Experten zufolge müssen rund 460 000 Kubikmeter Sediment aus dem Gewässer entfernt werden.
Stahlhofen a W. ![]()
Idyllisch liegt er da, der Wiesensee. Doch das künstlich aufgestaute Gewässer ist stark verschlammt. Im Vordergrund die Ortschaft Stahlhofen, links hinten Pottum. Fotos: Preis Um der Verlandung des Wiesensees entgegenzuwirken, plant die Verbandsgemeinde Westerburg, dieses künstlich angelegte Gewässer zu entschlammen. Da die entstehenden Kosten zum größten Teil vom Land getragen werden sollen, informierte sich Umweltministerin Ulrike Höfken jetzt vor Ort.
Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Hendrik Hering (SPD) stattete Ministerin Höfken (Bündnis 90/Die Grünen) dieser Tage der Ortsgemeinde Stahlhofen am Wiesensee einen Besuch ab. Mit von der Partie waren unter anderem Ortsbürgermeister Günter Raspel, der Präsident der Struktur- und Genehmigungsbehörde (SGD) Nord, Uwe Hüser, sowie dessen Mitarbeiter Prof. Dr. Georg Wieber und Dr. Axel Schmidt.
Im Saal des Bürgerhauses konnten die Gäste – trotz frostiger Außentemperaturen – den schönen Blick über den teilweise zugefrorenen Wiesensee bei strahlendem Sonnenschein in warmer und gemütlicher Atmosphäre genießen. "Man kann bescheinigen, dass es schön aussieht", äußerte sich Höfken. Doch bei dem Treffen ging es weniger um das herrliche Ambiente des beliebten Ausflugsziels, sondern um ein sehr ernstes Thema: Die Zukunft dieses künstlich angelegten Gewässers.
Anhand von Plänen und Bildern informierten VG-Bürgermeister Gerhard Loos, Hendrik Hering und Professor Dr. Georg Wieber über die derzeitige Situation des vor rund 40 Jahren angelegten Sees und die mittlerweile notwendige Entschlammung. Als eine "komplizierte Gemengelage" bezeichnete die Ministerin die im Laufe der vergangenen Jahre entstandene Situation am Wiesensee. Doch die erhoffte Zusage auf die Übernahme der Kosten blieb zunächst aus. Lesen Sie weiter: Golfplatzerweiterung
Golfplatzerweiterung
Überrascht äußerte sie sich über die geplante Golfplatz-Erweiterung, die bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen mit einbezieht. Zu diesem Thema habe sie in den vergangenen Wochen viele Zuschriften erhalten. Fakt sei, dass das Ministerium zunächst Kosten und Nutzen und natürlich auch das Verfahren des Vorhabens prüfen müsse.
Die geschätzten Kosten für das Entschlammen des Sees bewegen sich, je nachdem welche Maßnahme zum Tragen kommt, zwischen 3,7 und 10 Millionen Euro. Von einem Trockenverfahren rieten die Experten ab, zumal hierfür der See über eine bestimmte Zeit trockengelegt werden müsse und die Kosten hierfür einfach zu hoch seien. Wie Professor Wieber erläuterte, kann frühestens im Jahr 2013 mit den geplanten Arbeiten begonnen werden. ![]()
Informationsaustausch vor Ort: Umweltministerin Ulrike Höfken (Mitte) informierte sich über die geplante Entschlammung des Wiesensees. Fotos: PreisDer Abschluss sei für 2014 geplant. Wie bereits ermittelt wurde, müssen rund 460 000 Kubikmeter Sediment aus dem Gewässer entfernt werden. "Der See ist de facto zu groß", betonte Wieber. Eine Verkleinerung (geplant sind 10 Hektar) werde ihm auf jeden Fall nachhaltig zugute kommen, so der Fachmann.
Wie weiter zu erfahren war, sollen zurzeit Probebohrungen durchgeführt werden. Diese mussten jedoch aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse verschoben werden. Das Ergebnis der Voruntersuchungen liege in einigen Wochen vor. Eine europaweite Ausschreibung der Ingenieurleistungen werde folgen. Somit dreht sich beim Fortbestand des touristischen Highlights der Verbandsgemeinde Westerburg zunächst alles um die drei Aspekte: Kosten, Nachhaltigkeit und Verfahren.
Naherholungsgebiet
Auch der Landtagsabgeordnete Ralf Seekatz (CDU), der sich bereits im Oktober um eine Förderzusage des Landes erfolgreich bemüht hatte, freute sich über den Besuch der Ministerin Höfken aus Mainz. "Es ist gut, dass sich alle politischen Ebenen so für die Sanierung des Wiesensees stark machen", äußerte sich Seekatz in einer Pressemitteilung. Dennoch gibt er zu bedenken, dass die geschätzten Investitionskosten von rund 6,1 Mio. Euro einen enormen Kraftakt für die öffentlichen Haushalte darstellen werden.
Daher sei es unerlässlich, durch eine gute detaillierte Vorplanung genau zu wissen, auf was man sich einlässt, wenn man die Entschlammung angeht. Natürlich dürfe auch nicht vergessen werden, dass der Wiesensee neben der touristischen Attraktion vor allem auch Naherholungsgebiet für die Bürger der Region sein soll. Deshalb sei es wichtig, die Entschlammung mit vereinten Kräften anzugehen. upr



Umfassend über den Lieblingsverein informieren lassen. Gratis. Und bequem per Mail.
Folge uns unter