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Nach dem Brand: Ein Dorf steht unter Schock
Der völlig ausgebrannte Dachstuhl des Hauses der Familie Gotthardt in Dietkirchen.
Trauer und Verzweiflung
Nur wenige Stunden zuvor ist Gotthardt mit seiner im Rollstuhl sitzenden Ehefrau Irmgard aus dem Krankenhaus entlassen worden. «Ich habe mich gegen das Feuer gewehrt und versucht, die Kinder zu retten», sagt der Landwirt. Er wirkt tapfer, wenngleich seine Stimme nicht mehr so fest ist.
Die drei Feuerwehrleute kauern auf einer Bank, sinnieren über das Geschehen in der Nacht. «Kurz nach halb eins sind wir alarmiert worden. Als wir kamen, hat es schon lichterloh gebrannt», sagt einer von ihnen. Nur wenige Minuten später sei die Limburger Feuerwehr eingetroffen. Einer von ihnen hat noch mitbekommen, wie sich ein Mann aus dem Obergeschoss am Efeu auf den Hof gerettet habe. Ein anderer sei gesprungen. «Das war wohl sein Verhängnis», sagt Josef Gotthardt mit tiefstem Bedauern.
«Das alles ist ein Drama. Für was und wen habe ich das alles aufgebaut? Ich werde mein Vieh verkaufen und ich will meine Ruhe», ruft er verzweifelt. In seinen Augen stehen Tränen der Trauer und Verzweiflung. Ein fester Händedruck lässt zum Abschied noch viel Energie erahnen, die der Mann in seiner schwersten Stunde hoffentlich nicht verlieren wird.
Verzweifelt hatte Josef Gotthardt in der Brandnacht versucht, noch in das lichterloh brennende Haus zu gelangen, um seine Familie zu retten, musste aber von Feuerwehrleuten zurückgehalten werden, wie Stadtbrandinspektor Uwe Zimmermann der NNP sagte. «Das war die reine Verzweiflung. Er wäre in den Flammen umgekommen. Es war unmöglich, in das erste Obergeschoss zu gelangen, ohne zu verbrennen», sagte Zimmermann. «In solch einer Situation ist man machtlos. Das ist tragisch. So etwas habe ich als Feuerwehrmann noch nie erlebt – und ich bin schon seit 1975 dabei.»
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Brandursache ungeklärt
Auch die Feuerwehrleute konnten wegen der gewaltigen Flammen nicht mehr ins Haus eindringen. Eine Rettung über die Leiter sei zwecklos gewesen, ergänzt Kreisbrandinspektor Georg Hauch. Er spricht von einer der größten Brandkatastrophen in der Geschichte des Landkreises. «Alle Einsatzkräfte haben alles gegeben. Jeder hat sein Möglichstes getan», sagte Hauch.
Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Dietkirchen, Limburg, Offheim und Dehrn – insgesamt 60 Feuerwehrleute. Noch gegen Mittag mussten einzelne Glutnester gelöscht werden.
«Die Ermittlung der Brandursache kann Tage und Wochen dauern», sagt Polizeisprecher Bruno Reuscher. «Jetzt beginnt eine akribische Kleinarbeit in alle Richtungen.»
Nach derzeitigem Ermittlungsstand gebe es allerdings keine Anhaltspunkte für eine Brandstiftung. Weder eine technische Ursache, wie ein Kurzschluss, noch ein fahrlässiges Verhalten könnten ausgeschlossen werden.
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