Mit neuer Abwehr

Gegen Braunschweig will sich die Eintracht Selbstvertrauen im Aufstiegskampf holen

Martin Amedick und Heiko Butscher stehen vor ihrem ersten Einsatz. Die Mannschaft braucht einen guten Start.

Von Christian Heimrich

Frankfurt. Hoffentlich können sich am Sonntag nicht zu viele Gegner zwischen sie stellen: Martin Amedick (rechts) und Heiko Butscher. Foto: Klein
Heribert Bruchhagen ist schon so lange im Fußball-Geschäft, dass er alle Rezepte gegen beißende Kälte auf dem Platz kennt – auch wenn manche inzwischen etwas antiquiert wirken. "In den 70er Jahren haben wir uns die Beine mit Rubriment eingerieben", erinnert sich der Vorstandschef der Frankfurter Eintracht. Die Rheuma-Salbe hilft gegen Frostleiden – mit allen Risiken und Nebenwirkungen: "Die Beine wurden feuerrot."

So weit will Armin Veh es nicht kommen lassen. Vor dem Neustart in der 2. Bundesliga gegen Eintracht Braunschweig am Sonntag (13.30 Uhr) hat sich der Frankfurter Trainer kaum Gedanken über besondere Maßnahmen gegen die in der WM-Arena zu erwartenden Frostgrade gemacht: "Laufen ist das beste Mittel, wenn es kalt ist", meinte er gestern mit hintersinnigem Lächeln. Eine Bemerkung mit Vorgeschichte. Bei den letzten Spielen im vergangenen Jahr hatte das Team in Vehs Augen mitunter zu wenig Bewegungsdrang entfaltet.

Die Ersatzspieler auf der Bank dagegen werden spezielles kältehemmendes Schuhwerk erhalten. Und auch die Besucher auf den Rängen können sich erwärmen – von innen: geplant ist der Ausschank von heißen Getränken wie Tee, Kakao oder auch Apfelwein.

"Ein guter Start wäre schon wichtig für uns, um gleich zu Beginn Selbstvertrauen für das nächste Spiel in Düsseldorf zu bekommen", sagt Veh. Wohl auch, um die vom Trainer gewünschte Aufbruchstimmung im Aufstiegskampf zu befeuern. 15 Spiele sind es noch bis Saisonschluss, da will Veh natürlich noch nicht von einem ersten "Endspiel" sprechen.

Aber Reizpunkte will er setzen. Veh plant mit den Neuzugängen Martin Amedick und Heiko Butscher eine Runderneuerung in der Abwehr. Da Bamba Anderson nach seiner Knie-OP noch nicht wieder erste Wahl ist, wird Amedick wohl neben Gordon Schildenfeld in die Innenverteidigung rücken. Und Butscher könnte auf der linken Seite Constant Djakpa verdrängen. Für den kopfballstarken Ex-Freiburger spricht, dass Veh "auch bei Standardsituationen gefährlicher" sein will.

Mit Nikolov und Hoffer

"Klar hätten wir in der Vorbereitung gerne mehr Zeit gehabt, aber Butscher und Amedick sind zwei extrem erfahrene Verteidiger, daher sehe ich kein Problem, sie sofort zu bringen", erklärte der Eintracht-Coach. Im Tor soll Oka Nikolov stehen, Erwin Hoffer als nominell einzige Spitze für Torgefahr sorgen, aus dem offensiven Mittelfeld unterstützt von Alexander Meier. Mohamadou Idrissou trainiert weiter schmerzfrei mit der Mannschaft, ein Einsatz von Beginn an käme allerdings zu früh.

Von der Eintracht aus Braunschweigern hat Veh eine hohe Meinung: "Die haben nicht umsonst in Fürth gewonnen." Eine richtig gute Mannschaft habe der Tabellenachte: "Offensiv gefährlich, sie schalten schnell um, machen das Spiel eng, pressen früh." So stellt sich Armin Veh das auch mit seiner eigenen Eintracht vor.

Eintracht: Nikolov – Jung, Schildenfeld, Amedick, Butscher – Rode, Lehmann – Matmour, Meier, Köhler (Kittel), Hoffer.

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