Kombinierer Kircheisen Zweiter in Val di Fiemme

Cavalese. Auf dem Podest: Jason Lamy Chappuis (M), Björn Kircheisen (l) und Mikko Kokslien. Foto: Andrea SoleroZwei Strafrunden waren für Björn Kircheisen eine zu viel. Beim Weltcup der Nordischen Kombinierer kam er im italienischen Val di Fiemme im Penalty Race auf Rang zwei.

Nur 5,3 Sekunden trennten den Sachsen aus Johanngeorgenstadt von Sieger Jason Lamy Chappuis. Der Franzose baute mit dem Sieg seine Führung im Gesamtweltcup weiter aus.

Bei der Generalprobe für die nordischen Skiweltmeisterschaften im nächsten Jahr unterstrichen die deutschen Kombinierer, dass das Penalty Race eine Spezialität von ihnen werden könnte. Hatte der Oberwiesenthaler Eric Frenzel die Premiere der neuen Wettkampfform in Lillehammer gewonnen, so kamen nach dem Springen in Predazzo und dem 10-Kilometer-Lauf am Lago di Tesero in Cavalese gleich vier DSV-Kombinierer unter die besten Sieben.

Dabei hatten sie gar nicht die besten Ausgangspositionen. Lediglich Tino Edelmann aus Zella-Mehlis, am Ende Elfter, ging nicht mit der Hypothek von mindestens einer Strafrunde in das Rennen. Kircheisen musste gar zweimal die 150-Meter-Schleife absolvieren, Frenzel (Vierter), Fabian Rießle (Breitnau/6.) und Johannes Rydzek (Oberstdorf/7.) waren einmal im Strafgarten. Sie alle waren nicht in den von der Jury vorgegebenen besten Sprung-Korridor geflogen.

Das hinderte jedoch niemanden, ganz vorn mitzugehen. Besonders Kircheisen zeigte sein außergewöhnliches Laufvermögen. Bei idealen äußeren Bedingungen absolvierte der Sachse seine beiden Zusatzeinheiten bereits nach zwei Kilometern und hetzte dann dem Feld hinterher. Als Lamy Chappuis den entscheidenden Antritt wagte, war er aber noch nicht in Schlagdistanz, um diesen zu kontern. "Wenn es im Springen noch besser gegangen wäre, würde ich zufriedener sein. Ich wollte schon gewinnen. Ende der dritten Runde habe ich gemerkt, dass vielleicht doch noch etwas geht und bin losgekeult. Dass ich den Anschluss geschafft und Platz zwei geholt habe, stimmt mich zuversichtlich", sagte der Routinier.

Weltmeister Frenzel dagegen war sauer. Zunächst handelte er sich wegen eines um einen Meter zu kurzen Sprunges eine Strafrunde und damit eine schlechtere Ausgangsposition ein. Dann klappte der Start nicht so, wie es das Reglement vorsieht und Frenzel war mitten im großen Pulk. Als er sich zum Schluss auf einer der schwersten Strecken im Kombinierer-Weltcup nach vorn gekämpft hatte und Platz drei anvisierte, kam ihm der Stock des späteren Dritten Mikko Kokslien (Norwegen) in die Quere und er strauchelte. "Das war im Zielkorridor und deshalb strafbar", schimpfte der Oberwiesenthaler. Die Jury sah es anders und verlegte den Tatort kurz vor den Zielgarten.

"Leider ist unsere Taktik eines Mannschaftsrennens durch den katastrophalen Start nicht aufgegangen. Das ist alles etwas unglücklich gelaufen. Mit dem Ergebnis, sowohl individuell als auch in der Breite, bin ich aber sehr zufrieden", sagte Trainer Ronny Ackermann.


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