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Die neuen Rentenregeln ab 2017: Die Flexi-Rente

Hier die Rentner – da die Arbeitnehmer. Das ist Schnee von gestern. So sieht es jedenfalls der Gesetzgeber.
Mit der neuen Flexi-Rente wird das Weiterarbeiten im Ruhestand attraktiver. Foto: Jens Büttner Mit der neuen Flexi-Rente wird das Weiterarbeiten im Ruhestand attraktiver. Foto: Jens Büttner

Künftig soll es mehr Rente beziehende Arbeitnehmer und Lohn beziehende Rentner geben. Alles flexi eben. „Wer mit 63 oder 65 noch Lust hat zu arbeiten und gesundheitlich fit ist, für den ist die Flexi-Rente ein Geschenk“, sagt Rentenberater Peter Knöppel. Denn das neue Flexi-Gesetz sorgt dafür, dass Rente und Job ab 2017 flexibler kombinierbar sind.

Rentnerarbeit

Wer bereits Rente bezieht und das reguläre Rentenalter erreicht hat, kann die Rente künftig steigern, wenn er noch einmal eine Erwerbstätigkeit aufnimmt oder einfach in seinem bisherigen Job weiterarbeitet. Dafür muss man allerdings die Versicherungspflicht ausdrücklich wählen – und Rentenbeiträge zahlen. Auf Neudeutsch nennt sich dies „Opting-In“. Damit schlägt man – so Knöppel – zwei Fliegen mit einer Klappe: „Man sammelt durch seine eigenen Beiträge weitere Rentenpunkte. Und der Arbeitgeberbeitrag wird dem Rentenkonto des Versicherten gutgeschrieben.“ Bislang zahlen Arbeitgeber, die Rentner beschäftigen, zwar pro 1000 Euro Bruttoverdienst 93,50 Euro Rentenversicherungsbeiträge.

Doch den Versicherten bringt das nichts, weil das Geld nur der Rentenkasse zugutekommt. Unterm Strich bringt die Neuregelung einem Rentner, der ein Jahr lang mit einem Durchschnittsverdienst weiterarbeitet, ein monatliches Rentenplus von etwa 30 Euro. Bei einem Spitzenverdiener sind es 60 Euro.

Weiterarbeit ohne Rente

Noch günstiger ist es, häufig den Renteneintritt zu verschieben und weiterzuarbeiten. Schon bisher gilt: Wer ein Jahr später als regulär in Rente geht, dessen Rentenansprüche steigen allein hierdurch um sechs Prozent. Zudem bringen die dann gezahlten Rentenbeiträge zusätzlich ein Rentenplus. Aus 1500 Euro Altersrente können dann für einen sehr gut verdienenden Versicherten binnen eines Jahres durchaus 1650 Euro werden. Nach zwei Jahren können es mehr als 1800 Euro sein. Hinzu kommen jeweils die jährlichen Rentenerhöhungen – ein wirklicher Renten-Turbo.

Abschläge ausgleichen

Wer heute 50 ist, bekommt seine reguläre Altersrente erst mit 67. Es geht zwar meist auch mit 63, doch dann gibt es einen Abschlag von 14,4 Prozent. Dieses Rentenminus kann man jedoch ausgleichen. Ab Anfang 2017 sind Ausgleichszahlungen schon ab 50 erlaubt. Das geht auch in Teilzahlungen – beispielsweise in zwei Raten über je 2000 Euro pro Jahr. „Das funktioniert dann fast ähnlich wie bei einer privaten Rentenversicherung“, weiß Rentenberater Knöppel. „Der Unterschied ist nur, dass die Rendite bei der gesetzlichen Rente weit besser ist.“

Besonders lohnt sich die Einzahlung für Gutverdiener. „Denn die Einzahlungen sind ein Steuersparmodell.“ Künftig sind die Sonderzahlungen bis zu 100 Prozent von der Steuer absetzbar. „Wenn man es sich dann später anders überlegt und mit 63 doch weiterarbeitet: „Kein Problem“, sagt Knöppel. „Dann bringen die Einzahlungen später ein schönes Rentenplus“.

Teilrente

Wer im regulären Rentenalter ist, darf zur Rente unbegrenzt hinzuverdienen. Die Rente wird nicht gekürzt. Anders ist das bei Frührentnern.

Ab Juli 2017 gilt für sie eine jährliche Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro brutto. Was darüber liegt, wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. „Die Hinzuverdienstgrenze bezieht sich nicht auf zwölf Monate des Rentenbezugs, sondern auf das Kalenderjahr“, erklärt Manuela Budewell von der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Wer also beispielsweise im Oktober 2017 in Rente geht, darf in den kommenden drei Monaten jeweils 2100 Euro zu seiner Frührente hinzuverdienen, ohne dass diese gekürzt wird. (Rolf Winkel, biallo.de)

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