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Auch ohne Schnee und Eis: Unter 7 Grad Winterreifen nutzen

Bei Glatteis, Schnee oder Schneematsch müssen Autofahrer auf Winterreifen unterwegs sein. Doch auch bevor diese Begleitumstände des Winters eintreten, ist ein Umstieg sinnvoll, erklärt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat.
Spätestens bei Temperaturen unter 7 Grad ist es Zeit, auf Winterreifen umzusteigen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Spätestens bei Temperaturen unter 7 Grad ist es Zeit, auf Winterreifen umzusteigen.
Bonn. 

Noch müssen Autofahrer nicht überall in Deutschland bereits mit Eis- oder Schneeglätte kämpfen. Aber auch ohne diese winterlichen Bedingungen gilt: Spätestens bei dauerhaften Temperaturen unter 7 Grad wechseln Autofahrer besser auf Winterreifen, rät der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Deren Gummimischung ist weicher als die von Sommerreifen. Das verhindert, dass sie unter dem Gefrierpunkt verhärten und so die Traktion verschlechtern. Außerdem haben Winterpneus feinere Lamellen, die sich besonders gut mit der Straße verzahnen.

Was das für Unterschiede in der Praxis bedeuten kann, zeigen die Beispiele eines Tests: Aus Tempo 100 steht ein Auto mit Sommerreifen auf nasser Straße bei einer Außentemperatur von 5 Grad nach 69 Metern. Ein winterbereiftes Fahrzeug dagegen 4 Meter früher. Der andere Wagen ist dann noch 24 km/h schnell. Auf Schnee steht das Winterreifen-Auto aus Tempo 50 nach 31 Metern. Der Fahrer mit Sommerreifen braucht dazu 62 Meter und ist an der Stelle, wo der andere bereits steht, noch 35 km/h schnell.

Auch in schneeärmeren Regionen wie Norddeutschland sei daher die Temperaturregel eine gute Faustregel, erklärt Sandra Demuth vom DVR. Auch Ganzjahresreifen können eine Alternative sein. „Vor allem für diejenigen, die wenig fahren und nicht zwingend auf das Autos angewiesen sind.” Aber zu bedenken sei: Wer oft mit dem Auto - auch in winterlichen Gefilden - unterwegs ist, sollte besser richtige Winterreifen aufziehen lassen.

Die Qualität von Ganzjahresreifen sei in den letzten Jahren merklich gestiegen, aber sie seien letztlich immer ein Kompromiss. „Denn es ist nicht möglich, gute Winter- und Sommereigenschaften in einem Reifen zu vereinen”, erklärt Demuth. Tendenziell seien es eher Winter- als Sommerreifen. Das kann sich auch im höheren Verschleiß zeigen. So sparen Autofahrer mit Ganzjahresreifen nicht immer Geld durch den Wechselverzicht. „Vielfahrer haben auch dadurch mehr Verschleiß, da sie nicht auf zwei Sätzen im Jahr unterwegs sind.”

Für alle Autofahrer gilt: Bei der in Deutschland geltenden situativen Winterreifenpflicht riskieren alle, die auf winterlichen Straßen ohne entsprechende Bereifung fahren, Bußgelder ab 60 Euro und Punkte in Flensburg.

(dpa)
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