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Beliebt: Der VW Polo als Gebrauchter

Er zeigt mit der Zeit ein paar Macken und ist auch nicht ganz billig: Trotzdem wird der VW Polo gerne als gebrauchtes Auto gehandelt. Die Vor- und Nachteile im Überblick.
Der zwischen 2001 und 2009 gebaute Typ 9N ist ein Auto, bei dem laut „TÜV-Report 2016” regelmäßig eine erhebliche Anzahl Mängel bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) auffällt. Foto: Volkswagen Der zwischen 2001 und 2009 gebaute Typ 9N ist ein Auto, bei dem laut „TÜV-Report 2016” regelmäßig eine erhebliche Anzahl Mängel bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) auffällt. Foto: Volkswagen
Berlin. 

53 394: So viele VW Polo wurden im ersten Dreivierteljahr 2016 laut Kraftfahrtbundesamt neu zugelassen. Damit ist das Modell aus Wolfsburg weiterhin der beliebteste Kleinwagen in Deutschland - weit vor dem Opel Corsa und dem Skoda Fabia. Auch als Gebrauchter ist er gefragt.

Obwohl der Polo auch aus zweiter Hand vergleichsweise teuer ist. Dabei sticht er noch nicht einmal durch besondere Zuverlässigkeit hervor. Der zwischen 2001 und 2009 gebaute Typ 9N ist ein Auto, bei dem die Kfz-Hauptuntersuchung (HU) sogar zum Zittertermin wird, so groß ist regelmäßig die Zahl der erheblichen Mängel laut „TÜV-Report 2016”. In Sachen Fahrwerk machen eingerissene Querlenkerbuchsen und die Antriebswellen immer wieder Probleme.

Spätestens ab einem Alter von neun Jahren sorgen neben der Hand- auch die Fußbremse sowie die Bremsschläuche wiederholt für Beanstandungen. Der Nachfolger (6R) schneidet beim TÜV unter dem Strich besser als der Durchschnitt ab. Typische Marotten sind hier Ölverlust und fehlerhafte Lichteinstellung.

Einen Lichtblick für den älteren Polo skizziert der ADAC. Zwar berichtet auch der Club, dass das Modell nicht ganz halte, was sich der Käufer verspricht. In den letzten Jahren der Bauzeit habe sich der Kleinwagen aber zu einem pannensicheren Auto entwickelt. Zu Einsätzen der Pannenhelfer führten demnach vor allem übergesprungene Motorsteuerketten bei 1,2-Liter-Benzinern der Bauzeit bis Ende 2005, defekte Stabzündspulen bei Benzinern ab 2005 und blockierte Feststellbremsen (2007 bis 2009).

Mittlerweile fährt der 1975 erstmals verkaufte VW Polo in der fünften Generation. Die erhielt 2014 ein Facelift, das unter anderem optional LED- statt Bi-Xenon-Technik für die Scheinwerfer brachte, dazu ein aufgefrischtes Äußeres und eine Überarbeitung der Motoren, die seitdem sämtlich die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Der Typ 9N, die Vorgängergeneration des als Drei- und Fünftürer gebauten Modells, erhielt 2005 ihr Facelift. Das brachte unter anderem ein neu abgestimmtes Fahrwerk, neu als Extra erhältlich war eine Einparkhilfe.

Wie für ein Massenmodell erwartbar, ist die Auswahl unter der Motorhaube groß. Polo-Generation Nummer vier wurde mit Ottomotoren gebaut, die je nach Fertigungsjahr und Ausführung zwischen 40 kW/55 PS und 132 kW/180 PS abgeben. Die Diesel decken eine Spanne von 47 kW/64 PS bis 96 kW/130 PS ab. Die fünfte Generation bringt es bei den Ottomotoren auf 44 kW/60 PS bis 162 kW/220 PS, die Selbstzünder auf 55 kW/75 PS bis 77 kW/105 PS. 2010 bis 2013 war auch eine 63 kW/86 PS beziehungsweise später 60 kW/82 PS starke Autogas-Variante (Bifuel) im Programm.

Wer diesen vergleichsweise exotischen Antrieb sucht, muss laut Schwacke-Liste rund 7000 Euro einplanen. Für etwa diesen Preis sollte demnach ein Polo 1.4 Bifuel Trendline (Dreitürer) mit 63 kW/86 PS von 2010 aufzutreiben sein, der um die 77 000 Kilometer auf dem Tacho hat. Wer einen älteren Diesel als Fünftürer favorisiert, muss im Falle eines 1.9 TDI Trendline (Fünftürer) mit 74 kW/100 PS von 2007 mit 4600 Euro rechnen (156 500 Kilometer). Noch 8400 Euro kostet im Durchschnitt ein zwei Jahre jüngerer Polo 1.8 GTI Cup Edition mit 132 kW/180 PS, der rund 89 000 Kilometer hinter sich haben dürfte.

(dpa)
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