Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Das Empire schlägt zurück

Rover? Vorbei und vergessen, Aston Martin? Am Tropf. Und Mini, Rolls Royce oder Bentley in den Fängen der deutschen PS-Giganten – viel ist von der früher so stolzen Automobilindustrie in England nicht mehr übrig geblieben – außer Jaguar und Land Rover. Zwar gehören auch die beiden Marken mittlerweile dem Großkonzern Tata an. Doch erstens lassen die Inder die Briten an der langen Leine, und zweitens hat in den letzten Jahren kein Konzern so viel im Königreich investiert wie die ungleichen Schwestern – und das zahlt sich zunehmend aus. Nachdem Land Rover seit der Premiere des Evoque einen Rekord nach dem anderen vermeldet und mit Range Rover und Range Rover Sport gerade so weitermacht, will jetzt auch Jaguar durchstarten. Dabei ruhen die Hoffnungen vor allem auf dem XE, mit dem sich die Briten Anfang nächsten Jahres wieder in die Mittelklasse hinab wagen und dort Autos wie dem Audi A4, dem Dreier BMW und der Mercedes C-Klasse ans Leder wollen.

Ganz neu ist die Idee freilich nicht. Schließlich haben sie das – noch unter der Regie des Ford-Konzerns – mit dem X-Type schon einmal versucht. Doch während das nur ein mühsam aufgehübschter Ford Mondeo war, ist der im allein für 1,9 Milliarden Euro erweiterten Land-Rover-Stammwerk Solihull gebaute XE nagelneu und ein Jaguar durch und durch.

Sparsamer Diesel –


Grundpreis 36 500 Euro

Das gilt nicht nur für das Design von Ian Callum, der eine ebenso stilvolle wie schnittige Limousine von 4,67 Metern aufs Papier gebracht hat, die am langen Bug einen aggressiven Grill in den Wind reckt und sich mit ihrem weit zurück versetzten Greenhouse dahinter ziemlich flach und schlank macht. Sondern das gilt auch für die Technik. Denn genau wie das Flaggschiff XJ ist auch der XE fast vollständig aus Aluminium gefertigt und deshalb deutlich leichter als die Konkurrenz. Nicht einmal 1,5 Tonnen wiegt die Limousine, prahlen die Briten. Weil sie mit einem cw-Wert von 0,26 obendrein noch windschnittiger ist als jeder Jaguar vorher, es neue Motoren und effiziente Getriebe gibt, versprechen sie für den XE ein kleines Verbrauchswunder: Nur noch 3,7 Liter oder 99 g/km stehen für den kleinsten Diesel-Motor im Datenblatt.

Der Selbstzünder hat 2,0 Liter Hubraum, leistet 163 PS und dürfte mit bis zu 380 Nm dafür sorgen, dass der Spaß beim Sparen nicht ganz auf der Strecke bleibt. Und wer trotzdem mehr möchte, wird diesen Motor sicher auch noch in einer zweiten Leistungsstufe bekommen.

Daneben gibt es – ebenfalls in zwei Leistungsstufen – aus der gleichen Motorenfamilie einen zwei Liter großen Benziner und als vorläufiges Spitzenmodell einen V6 mit drei Litern Hubraum, dem ein Kompressor bis zu 340 PS entlockt. Das reicht bei einem maximalen Drehmoment von 450 Nm für einen Sprintwert von 5,2 Sekunden und für so mühelose 250 km/h, dass die Elektronik dort ein willkürliches Limit zieht. Aber nicht lange: Ein Sportmodell mit über 300 km/h ist bereits beschlossene Sache.

Gutes Design, potente Motoren und eine sportliche Fahrwerksabstimmung – das kennt man schon von Jaguar. Neu ist, dass die Briten jetzt auch mit Technik punkten wollen. Sie locken mit mehr Assistenzsystemen denn je – ein Head-Up-Display mit Lasertechnik und eine Stereokamera inklusive. Selbst ihr leidiges Navigationssystem haben sie endlich auf den neuesten Stand gebracht und versprechen, dass der Fahrer jetzt tatsächlich mal die Kontrolle über Bits und Bytes hat.

Zwar ist die Reputation der Briten mittlerweile nicht zuletzt durch den Erfolg des Sportwagens F-Type mehr als ordentlich und der XE obendrein schön anzuschauen. Doch weil in der Mittelklasse so viele Flottenkunden kaufen, entscheidet am Ende oft doch nur die Vernunft über den Erfolg. Weil da ein niedriger Verbrauch und lange Wartungsintervalle nicht genug sind, hat Jaguar auch am Preis gedreht und startet bei 36 500 Euro. Das sind nicht nur 10 000 Euro weniger als für die Basisversion des XF. Damit liegt Jaguar auch in der Preisliste auf Augenhöhe mit der deutschen Konkurrenz. tg

Zur Startseite Mehr aus Auto & Verkehr

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse