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Das lange Warten auf den großen SUV

Als Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns, in Detroit auf die Bühne trat, brachte er gute Neuigkeiten mit. „Vom kleinen e-up bis hin zum schweren Lkw hat unser Konzern im vergangenen Jahr erstmals insgesamt über 10 Millionen Fahrzeuge an Kunden übergeben“, klopfte sich der Unternehmenschef selbst auf die Schulter. Dennoch wirkte die Freude nicht ungetrübt.

Kein Wunder, denn während auf einem boomenden US-Markt, der mit 16,9 Millionen Zulassungen den Allzeitrekord von 2006 (16,94 Millionen) nur knapp verfehlte, die Premiummarken Audi und Porsche kräftige Zuwächse einfuhren und weiter Rekordkurs steuern, musste die Kernmarke VW, deren Chef ja ebenfalls Winterkorn ist, sogar ein zehnprozentiges Minus hinnehmen. Mit nur 367 000 Einheiten in 2014 ist das für 2018 anvisierte Ziel von 800 000 Verkäufen wieder weiter entrückt. Auch wenn mit der 10-Millionen-Marke das erste Ziel der Strategie 2018 erfüllt ist, das Problem des VW-Konzerns heißt VW. Zumindest in den USA.

Das soll sich ändern. Und weil die Wolfsburger bei den Pick-ups der amerikanischen und japanischen Konkurrenz nichts entgegenzusetzen haben – der Amarok ist für US-Verhältnisse zu klein und wird deshalb dort überhaupt nicht angeboten –, ruhen die Hoffnungen auf der anderen starken Säule des Aufschwungs in den Staaten: auf den großen Geländewagen, den SUVs.

Der siebensitzige Cross Blue ist ja auch schon beschlossene Sache, wird aber erst Ende 2016 aus der US-Fabrik in Chattanooga zu den Kunden rollen. Um die Wartezeit zu überbrücken und die Neugier zu schüren, schickt die VW-Mannschaft deshalb eine weitere Studie an die Front: Das Cross Coupé GTE, 4,85 Meter lang und mit abfallendem Dach, wie es derzeit ja in Mode ist, soll signalisieren, dass die Planungen eher hin zu einer ganzen SUV-Familie gehen.

Und die GTE-Variante als Plug-in-Hybrid, der einen 3,6-Liter-V6-Motor (280 PS) mit zwei Elektromotoren (54 und 115 PS) zu einer Gesamtleistung von 360 PS kombiniert, dürfte dabei ebenfalls eine Rolle spielen.

Ein attraktiver Debütant, gewiss. Für einen starken Markenauftritt in Detroit aber doch ein bisschen dürftig. Gut, dass VW wenigstens noch mit dem frisch zum „Car of the Year“ gekürten Golf trumpfen kann. Michael Lennartz

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