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Der Renault Captur entpuppt sich als beständiges Stadtauto

Es soll der Clio, nur in Kleinwagenformat sein? Dann wäre der Renault Captur vielleicht genau das Richtige. Der weist zudem vergleichsweise wenig Schwachstellen auf und zeigt ein positives Bild in der ADAC-Pannenstatistik.
Verlässlicher Partner: Der Renault Captur heimst bei der Tüv-Hauptuntersuchung und in der Pannenstatistik vom ADAC gute Resultate ein. Foto: Renault Verlässlicher Partner: Der Renault Captur heimst bei der Tüv-Hauptuntersuchung und in der Pannenstatistik vom ADAC gute Resultate ein.
Berlin. 

Ein Clio soll es nicht sein, weil ein SUV im Kleinwagenformat gesucht wird? Kein Problem, es gibt ja den Renault Captur.

Das ist die auf SUV-Höhe aufgebockte und mit den typischen Zutaten wie robusten Beplankungen und aufgeblasenen Blechbacken versehene Version des Clio. Und offenbar haben die Ingenieure bei ihm auch die Kinderkrankheiten des ein Jahr früher auf den Markt gebrachten Clio behoben. Denn bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) schneidet der Captur besser ab als sein Teilespender.

Dabei werden SUVs fahrwerktechnisch meist mehr beansprucht als Limousinen oder Kombis. Der Captur weist in dieser Hinsicht mit leicht überdurchschnittlichen Beanstandungen an Achsaufhängung sowie Federn und Dämpfern zwar auch eine Schwachstelle auf. Doch ist diese nicht so ausgeprägt wie bei manch anderen Modellen im Segment. Und: Es ist der einzige Patzer, den sich das 4,12 Meter lange Fahrzeug leistet. Denn ansonsten, so die Angaben im „TÜV Report 2018”, glänzt der hochbeinige Franzose meist. Im grünen Bereich bleiben die Beleuchtung, die Bremsen, die Auspuffanlage und der Ölverlust.

Ein ähnlich positives Bild hinterlässt der Captur auch in der Pannenstatistik des ADAC. Denn Fehlerquellen bietet er auch im Alltagsverkehr kaum. Helfer des Clubs mussten wegen entladener Batterien bei Fahrzeugen der Baujahre 2013 und 2014 ausrücken. Statistisch auffällig waren auch streikende Anlasser bei Autos des Baujahres 2014.

Weiteren Pannen beugte der Hersteller mit zwei Rückrufaktionen vor. Die erste betraf im April 2015 über 22 000 in Deutschland zugelassene Fahrzeuge des Bauzeitraums von Modellreihenstart bis November 2014, bei denen möglicherweise Radhausverkleidungen an der Vorderachse ungenau montiert waren. Dadurch konnten die angrenzend verlaufenden Bremsschläuche beschädigt werden - mit Auswirkungen auf das Bremsverhalten. Gut ein Jahr später mussten 1100 Captur von 2013 bis Herbst 2015 wegen Mängeln bei der NOx-Nachbehandlung in die Werkstatt.

Renault entwickelte den Captur im Schnellverfahren, indem der neu aufgesetzte Kleinwagen Clio ein paar Zentimeter aufgebockt und in ein SUV-Kleid gehüllt wurde. Auf dem Markt startete das Modell 2013. Es entwickelte sich schnell zu einem Verkaufsschlager als kostengünstigere Alternative zu Autos wie Nissan Juke oder Mini Countryman.

2017 folgte ein erstes Facelift, das größere Lufteinlässe, ein neu gestaltetes Tagfahrlicht, eine bessere Materialanmutung im Innenraum und weitere Extras wie Totwinkel-Warner oder LED-Licht brachte. Beim praktischen Innenraum mit der verschiebbaren Rückbank und den für die Klasse üppigen 377 Litern Stauraum ist es geblieben. Das komfortabel federnde Mini-SUV gibt es nur mit Frontantrieb zu kaufen.

Unter der Motorhaube ist die Auswahl begrenzt: Hier arbeiten wahlweise zwei Vierzylinder-Diesel mit 66 kW/90 PS und 81 kW/110 PS, ein Dreizylinder-Benziner mit 66 kW/90 PS sowie ein Vierzylinder mit 87 kW/118 PS. Die maximalen Drehmomente liegen bei 140 bis 260 Nm.

Wer sich für einen Dreizylinder interessiert, muss im Falle des 0.9 The 90 Eco von 2013 mit einem Verkaufspreis von durchschnittlich 7700 Euro sowie einer Laufleistung von um die 70 000 Kilometern rechnen, so die entsprechenden Einträge im „DAT Marktspiegel” der Deutschen Automobil Treuhand.

Soll es ein jüngerer Captur 1.5 dCi 110 Eco mit 81 kW/110 PS von 2015 sein, so müssen mindestens 11 450 Euro den Besitzer wechseln (51 000 Kilometer). Das gleiche Auto mit dem schwächeren Selbstzünder ist mit 10 800 Euro gelistet - da es dies aber auch in einer weniger umfänglichen Ausstattungslinie (Expression Energy statt Dynamique Energy) gibt, können Interessierte noch einmal gut 1400 Euro einsparen.

(dpa)
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