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Neuer Volvo XC90: Der neue König der Wikinger

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Es wurde langsam Zeit: Nach über zehn Jahren schickt Volvo endlich eine neue Version des XC90 ins Rennen. Zwar dauert es bis zur Publikumspremiere auf dem Pariser Salon noch ein paar Wochen, und in den Handel kommt der Geländewagen zu geschätzten Preisen ab etwa 50 000 Euro erst kurz nach dem Jahreswechsel. Doch endet damit nicht nur eine lange Durststrecke ohne ernsthafte Neuheiten aus Schweden, sondern auch eine beispiellos langatmige PR-Kampagne. Denn um den Mangel an Modellneuheiten zu kaschieren und die Welt auf die große Premiere einzustimmen, hat Volvo nicht weniger als drei Studien für den XC90 gebaut und bald ein Dutzend Scheibchen von der Informationssalami abgeschnitten.

Zusammen mit den ersten Fotos und einem ungewöhnlich dürren Datenblatt ergibt sie das Bild eines Geländewagens, der zum „Gamechanger“ werden möchte. Denn die Schweden wollen nicht allein zu Konkurrenten wie der Mercedes M-Klasse oder dem BMW X5 aufschließen. Sie wollen vor allem das Gewissen der SUV-Käufer entlasten und die Geländewagen mit einer imposanten Offensive für mehr Effizienz und noch mehr Sicherheit von ihrem schlechten Ruf befreien.

Das Auto erkennt die Vorfahrtsregeln

Dafür planen sie vor allem im wichtigen US-Markt um: Während die Konkurrenz dort vor allem Sechs- und immer noch überraschend viele Achtzylinder verkauft, wird es bei Volvo künftig nur noch Vierzylinder mit mageren zwei Litern Hubraum geben. Die sind allerdings gleich doppelt mit Turbo und Kompressor aufgeladen und haben deshalb entsprechend viel Power. Nicht umsonst kommt der Benziner aus der Startaufstellung auf 320 und der Diesel auf 225 PS. Serienmäßig mit einer Achtgang-Automatik und Allradantrieb ausgestattet, kommt der Benziner so auf einen Sprintwert von 6,9 Sekunden und ein Spitzentempo von 230 km/h. Für den Diesel nennt Volvo 7,8 Sekunden und Tempo 220.

Als Ausgleich für die zusätzlichen Zylinder bieten die Schweden der leistungshungrigen Kundschaft einen zusätzlichen Elektromotor für den Benziner an. Dann wird der XC90 zum rund 400 PS starken Plug-In-Hybriden und soll Sportlichkeit mit Sparsamkeit vereinen. Der Verbrauch soll laut Norm nur noch rund 2,5 Liter betragen. Die konventionellen Verbrenner sind nicht ganz so sparsam: Für den Benziner weist Volvo 7,7 und für den Diesel 5,8 Liter aus. Das ist nicht zuletzt dem strammen Gewicht von mindestens zwei Tonnen geschuldet.

Dass der XC90 so schwer ist, liegt auch am Sicherheitsverständnis der Entwickler, die ihr Flaggschiff als sichersten Geländewagen der Welt sehen. Auch rüsten die Schweden den XC90 elektronisch bis zum Stehkragen auf. Er kann nicht nur weitgehend autonom durch den Stopp-and-Go-Verkehr fahren oder bremst alleine für Fußgänger und Radfahrer. Als erstes Auto der Welt kennt er auch die Vorfahrtsregeln und bremst selbständig ab, wenn einem beim Linksabbiegen der Gegenverkehr in die Quere kommt.

Obwohl mit 4,95 Metern ein ordentlicher Brocken, macht der neue XC90 einen sehr eleganten Eindruck. Aber wie es sich für den König der Wikinger gehört, übt er dabei nicht sonderlich viel Zurückhaltung: Der größere Kühlergrill steht stolz im Wind, die Schultern sind breit wie eh und je, in den betonten Radhäusern ist Platz für 22-Zöller, und in den Scheinwerfern leuchtet jetzt eine markante LED-Grafik.

Innen dagegen nehmen sich die Schweden ganz bewusst zurück. Das neue Bedienkonzept setzt auf einen riesigen Touchscreen und nutzt nur dort noch Taster, wo der Gesetzgeber und der gesunde Menschenverstand den Ingenieuren keine andere Wahl lassen. Die wenigen Bedienelemente, die man noch anfassen kann, sind dafür besonders vornehm gestaltet: Der Schaltknauf zum Beispiel kommt von einer schwedischen Glasmanufaktur, und der kleine Hebel für die Wahl der Fahrmodi ist geschliffen wie ein Diamant.

Im „luxuriösesten Volvo aller Zeiten“ versprechen die Schweden auch jede Menge Platz – kein Wunder, bei einem Radstand von knapp drei Metern. So soll man auf der serienmäßigen dritten Sitzbank auch mit 1,70 Metern noch bequem Platz nehmen können. Und der Laderaum fasst bis zu 1,9 Kubikmetern.

Wichtige Randnotiz: Der XC90 ist das erste Modell der Schweden, das eine neue Plattform und neue Motorenfamilie nutzt, was noch Vieles für die Zukunft erwarten lässt. Thomas Geiger

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