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Ehrenrettung für den Abtrünnigen

Sollen wir es hier noch einmal sagen, das Messer in der Wunde eingefleischter US-Fans herumdrehen? Ja, wir tun das. Also: Der brandneue Jeep Renegade und der ebenfalls brandneue Fiat 500X ruhen auf der gleichen Plattform, teilen sich Technik-Komponenten und werden dann auch noch im Süden Italiens gebaut – oh Schande! Nomen est Omen also? Schließlich bedeutet der Name so viel wie Abtrünniger – da fragt sich doch, ob der Renegade überhaupt noch des Namens Jeep würdig ist.

Wir meinen: ja. Optisch sieht man ihm die Verwandtschaft ohnehin nicht an: Der Fiat macht auf viertüriges 500er-SUV und markiert damit schon rein äußerlich das Topmodell der 500er Reihe, während der Jeep mit weichen Kanten, aber betont kastigem Aufbau auch beim Design den Einstieg in die Offroad-Welt amerikanischen Musters darstellt.

Die Inneneinrichtung trägt allerdings spürbar italienische Züge. Ob die teilweise etwas wirr geratenen Bedienfunktionen dabei eher italienischer oder amerikanischer Herkunft sind, bleibt ungeklärt – etwas seltsam anmutende Ideen wie Knöpfchen auf der Rückseite des Lenkrads gab es zu diesem Thema schließlich hier wie dort schon des Öfteren. Richtig amerikanisch wirkt aber auf jeden Fall das Raumangebot: Hier gibt es für ein Sport Utility Vehicle (SUV – Sportliches Mehrzweckfahrzeug) im Kompaktmaß reichlich viel Platz.

Beine machen dem US-Boy jedoch die Italiener. Der Zweiliter-Turbodiesel aus dem Konzernregal werkelt etwas knurrig, aber durchzugsstark, und bürgt für ordentliche Fahrleistungen. Auch an den Trinkmanieren lässt sich bei einem Testverbrauch von rund siebeneinhalb Litern nicht viel herummäkeln. Dazu harmoniert das Sechsganggetriebe gut mit der selbstzündlerischen Leistungscharakteristik, so dass das Antriebskapitel durchweg positiv ausfällt.

Gut getan hat dem Renegaten aber auch das italienische Händchen bei der Fahrwerksabstimmung. Die fällt weder zu hart noch zu weich aus, ein gelungener Kompromiss. Bleibt nur noch die von echten Jeep-Fans voller banger Ahnung erwartete Frage: Wie sieht es abseits der befestigten Wege aus? Wir können die Hardcore-Fraktion beruhigen: Der per Drehschalter in vier Stufen regelbare Allradantrieb des Selec-Terrain-Systems lässt den Abtrünnigen über Stock und Stein und Schlamm und Schnee auf jeden Fall weiter kommen als die meisten Mitbewerber – da ist auch der Renegade ganz in Jeepscher Tradition mehr Geländewagen als SUV.

Fazit: Entwarnung – der Renegade ist kein Verräter, auch der Italo-Amerikaner macht dem Namen Jeep alle Ehre. Ganz billig ist er dabei zwar nicht, aber zumindest in der Limited-Version recht gut ausgestattet. mahu

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