Essen Motor Show: Mit Chrom und Klebestreifen für bessere Optik

Von Uta Knapp, dpa
Die Ruhrgebietsmetropole Essen ist für neun Tage Treffpunkt der internationalen Tuning-Szene. Für echte Fans geht es vor allem um die Optik ihres Serienautos. Leichtmetallräder stehen ganz oben auf der Wunschliste. Der Fuchsschwanz hat ausgedient.
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Die Ruhrgebietsmetropole Essen ist für neun Tage Treffpunkt der internationalen Tuning-Szene. Für echte Fans geht es vor allem um die Optik ihres Serienautos. Leichtmetallräder stehen ganz oben auf der Wunschliste. Der Fuchsschwanz hat ausgedient.

Hauptsache Optik: Auf dem Milliardenmarkt Autotuning geht es vor allem um den Wunsch nach Unverwechselbarkeit bei einem millionenfach hergestellten Serienfahrzeug. Die Hoffnung auf "mehr Individualität" treibt nach einer Umfrage des Verbands der Automobil Tuner (VDAT) die große Mehrheit der Tuning-Fans an. Nur etwa jeder Dritte (34 Prozent) hat beim Griff zum eigenen Schraubenzieher oder bei der Fahrt in die Werkstatt das Ziel, seinen Wagen schneller zu machen.

Ganz oben auf der Wunschliste stehen laut Umfrage Leichtmetallräder gefolgt von sportlichen Fahrwerken und Auspuffanlagen. Als sogenannte "Styling-Teile" landen Spoiler auf Platz vier der Rangliste. Dabei verzichten moderne Tuner heute lieber auf "monströse Teile" zur optischen Verschönerung, stellt VDAT-Geschäftsführer Harald Schmidtke zum Start der Essen Motor Show (1. bis 9. Dezember) fest. Zum "Welttreffen" der Auto-Tuning-Branche werden rund 340 000 Besucher erwartet.

Ausgedient hat auch eher kuschelig anmutendes Zubehör. "Der Fuchsschwanz war noch nie klassisch", beschreibt der Experte den Trend. Unter dem Titel "Adrenalin zum Nachrüsten" kann etwa der anspruchsvolle Tuning-Freund bei einem großen deutschen Hersteller zwischen bunten Klebestreifen, Edelstahl-Pedalauflagen und chromblitzenden Auspuffanlagen wählen.

Wer sich etwa für besonders sportliche Räder und Reifen entscheidet, muss auf Einschränkungen beim Fahrkomfort gefasst sein, warnt ein Hersteller. Das schreckt Tuning-Fans aber offenbar genauso wenig ab wie die Mühe beim Einpacken des eigenen Autos in eine spezielle Schutzhülle. Der als Neuheit angepriesene Auto-Schoner im "maßgeschneiderten Design" ist nicht nur regen- und staubfest, sondern auch bei 30 Grad in der Maschine waschbar und bügelfrei.

Die Preisspanne beim Tuning beginne bei wenigen hundert Euro, berichtet Schmidtke. Nach oben hin könnten auch fünfstellige Summen erreicht werden. Die Mehrheit der Auto-Bastler (52 Prozent) hat nach den Zahlen des Verbands im vergangenen Jahr Summen bis maximal 5000 Euro investiert. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) war allerdings auch bereit, mehr als 10 000 Euro zusätzlich in sein Fahrzeug zu stecken. Unangefochtenes Lieblingsmodell der deutschen Tuning-Fans sei seit Jahren der VW Golf, so der Experte.

Die Kundschaft der "Auto-Veredler" ist dabei in der Regel männlich und oft unter 30 Jahre alt. Bei der Umfrage des Verbands fanden aber auch mehr als 70 Prozent der über 50-Jährigen das Thema "wichtig". Frauen stellten einen "seit Jahren konstanten" Anteil von lediglich 20 Prozent, hieß es. Als spezielles "Frauen-Tuning" wird am Stand eines Herstellers auf Nachfrage eine vorweihnachtliche Kombination aus Elchgeweih und roter Nase für das Auto angepriesen.

Von einem Gesamtumsatz der deutschen Tuning-Hersteller von rund 4,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gingen mit 2,4 Milliarden Euro mehr als 50 Prozent in den Export. Weltweit wird vor allem in China, Amerika, Japan sowie in die Arabischen Emirate exportiert. Die deutschen Hersteller seien dabei führend im internationalen Tuning-Markt, sagte Schmidtke. Für das zu Ende gehende Jahr 2012 rechnet die Branche mit einem etwa unveränderten Umsatz. Im kommenden Jahr werde dagegen ein leichter Rückgang erwartet.

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